Digitalisierter Klinikalltag
Erster KI-Entlassungsbrief in St. Johann
Digitalisierter Klinikalltag
Erster KI-Entlassungsbrief in St. Johann
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Mit der Übergabe eines KI-gestützten Entlassungsbriefes setzt das Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol einen österreichweiten Meilenstein. Gemeinsam mit Symptoma startet das Haus eine schrittweise KI-Integration im Klinikbetrieb.
Steigende PatientInnenzahlen, Fachkräftemangel und immer mehr Bürokratie setzen den Klinikalltag spürbar unter Druck. Das Bezirkskrankenhaus St. Johann reagiert darauf mit Künstlicher Intelligenz, um Abläufe gezielt zu entlasten. So wurde in Zusammenarbeit mit dem KI-Lösungsanbieter Symptoma am Donnerstag der erste KI-gestützte Entlassungsbrief übergeben, der nun schrittweise in den Regelbetrieb integriert werden soll. Damit ist St. Johann das erste Krankenhaus in Österreich, das einen solchen Entlassungsbrief regulär einführt. „Die medizinische Verantwortung bleibt dabei jedoch uneingeschränkt beim Fachpersonal“, betont Primar Peter Rainer. Die Technologie sei kein Ersatz für medizinische Expertise, sondern ein Werkzeug zur Entlastung.
Gerade der Entlassungsprozess ist für PatientInnen oft mit langen Wartezeiten verbunden. Bevor sie das Krankenhaus verlassen können, müssen Unterlagen erstellt, geprüft und freigegeben werden. „Durch automatisierte Vorarbeiten in der medizinischen Dokumentation lässt sich dieser Ablauf deutlich beschleunigen“, erklärt Jama Nateqi, CEO von Symptoma. Auf Basis bereits vorhandener Krankenhausdaten erstellt das System zwei Fassungen: eine verständlich aufbereitete für PatientInnen und eine fachspezifische Version für weiterbehandelnde ÄrztInnen. Beide können bei Bedarf auch in mehreren Fremdsprachen zur Verfügung gestellt werden.

Jama Nateqi, CEO von Symptoma
Digitalisierung entlang des Behandlungspfades
Nach eigenen Angaben verfolgt das Bezirkskrankenhaus bereits seit 2008 eine konsequente Digitalisierungsstrategie. Mit der Kooperation mit Symptoma soll dieser Kurs nun gezielt fortgesetzt werden. Vorgesehen ist eine schrittweise KI-Unterstützung entlang des gesamten Behandlungspfades – von der Aufnahme über die medizinische Versorgung bis zur Entlassung. Weitere Anwendungen befinden sich bereits in der Testphase, das nächste Modul soll im März in den Einsatz gehen. „Unser Ziel ist es, die massive administrative Belastung im Krankenhaus nachhaltig zu reduzieren“, betont Verwaltungsdirektor Christoph Pfluger.