Temu, Alibaba und Co. liefern billige Waren massenhaft nach Europa – dank des niedrigen Preisniveaus bisher oft zollfrei. Mit einem neuen Pauschalzoll für Drittstaaten soll das verzerrte Marktgleichgewicht wieder ins Lot gebracht werden.
Billigimporte aus Drittstaaten, vor allem aus Asien, setzen lokale HändlerInnen in Europa immer stärker unter Druck. Plattformen wie Temu, Alibaba und Co. konnten ihre Waren bislang nahezu zollfrei nach Europa schicken – erst ab einem Warenwert von 150 Euro fielen Gebühren an.
Den Preisvorteil holen sich die BilliganbieterInnen vor allem durch die günstige Produktion im Ausland, bei der oft weder strenge europäische Sicherheitsstandards, Schadstoffgrenzen oder nachhaltige Produktionsprozesse gelten. Für lokale HändlerInnen bedeutet das unfaire Wettbewerbsbedingungen: Sie zahlen Miete, entlohnen ihr Personal fair, leisten Steuern und erfüllen gleichzeitig alle hohen EU-Standards für Qualität und Sicherheit.
Pauschalzoll ab 2026
Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, haben die EU-Mitgliedstaaten am 12. Dezember 2025 beschlossen, ab dem 1. Juli 2026 einen Pauschalzoll von drei Euro auf Kleinsendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten einzuführen. Für KonsumentInnen bedeutet das konkret: Bei einer Bestellung eines 20-Euro-Pakets aus China kommen drei Euro drauf. Werden mehrere kleine Pakete separat verschickt, fällt der Zoll entsprechend mehrfach an.
Der 3-Euro-Zoll ist als Übergangsregelung bis zur umfassenden Reform des EU-Zollrechts im Jahr 2028 gedacht. Danach sollen alle Waren – unabhängig vom Preis – den regulären Zollsätzen unterliegen.