Mit Anfang April greift in Österreich eine neue Regelung, die das Tanken etwas günstiger machen soll. Doch während hierzulande in den Markt eingegriffen wird, gehen andere EU-Staaten ganz unterschiedliche Wege. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie vielfältig die Strategien gegen hohe Spritpreise sind.
Seit 2. April ist die Spritpreisbremse in Österreich nun in Kraft und soll die Treibstoffpreise an den Zapfsäulen um zehn Cent pro Liter drücken. Anderen EU-Staaten zeigen auch andere Wege, mit den hohen Spritkosten umzugehen:
In Deutschland etwa hatte der Dieselpreis zuletzt Rekordwerte von über 2,40 Euro pro Liter erreicht. Dort gilt nun ebenfalls ein Modell nach österreichischem Vorbild: Tankstellen dürfen ihre Tarife nur noch einmal täglich anheben, Senkungen sind hingegen jederzeit erlaubt.
Freier Markt mit Nebenwirkungen
Die Niederlande zählen regelmäßig zu den teuersten Ländern Europas, mit Preisen zeitweise über 2,40 Euro pro Liter Diesel und über 2,30 Euro für Benzin. Mit konkreten, dauerhaften Entlastungsmaßnahmen ist man dort bislang eher zurückhaltend. Der Markt ist liberal organisiert, die Tankstellen legen ihre Preise eigenständig fest.
Dänemark bewegt sich ebenfalls in der oberen Preisliga. Zwar herrscht auch hier ein freier Sektor, die Politik setzt aber bewusst auf hohe Abgaben: Mineralölsteuer, CO2-Bepreisung und eine Mehrwertsteuer von 25 Prozent sorgen dafür, dass fossile Energie teuer bleibt. So sollen Emissionen reduziert und der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen gefördert werden.
Mit Eingriffen und Entlastungen
Einen anderen Weg gehen Länder wie Malta oder Belgien. Dort greift der Staat direkt ein und legt Höchstpreise fest. Anbieter dürfen diese zwar unterbieten, aber nicht überschreiten – entsprechend niedrig bleibt das Preisniveau im Vergleich zu vielen anderen EU-Staaten.
Polen setzt auf steuerliche Entlastung. Die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel wurde von 23 auf acht Prozent gesenkt, zusätzlich legt das Energieministerium täglich einen Höchstpreis für die Kraftstoffe fest. So wird mit einem Rückgang von umgerechnet rund 28 Cent pro Liter gerechnet.
Auch Italien hat reagiert und die Abgaben auf Treibstoffe reduziert. Das senkt die Kosten um etwa 25 Cent pro Liter – vorerst befristet bis Anfang Mai.