Eingabehilfen öffnen

Skip to main content
Rankings - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Rankings
Unternehmensverzeichnis - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Unternehmen
Newsletter - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Newsletter
Start-up GMD

Frühwarnsysteme made in Tirol

GMD-Gründer und CEO Steve Weingarth im Porträt
Start-up GMD

Frühwarnsysteme made in Tirol

GMD-Gründer und CEO Steve Weingarth im Porträt

Artikel teilen

Viele Start‑ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: GMD.

Die GMD GmbH aus Innsbruck entwickelt KI-gestützte Sensoriklösungen zur Frühwarnung bei Naturgefahren wie Steinschlag, Hochwasser oder Hangrutschungen. Seit der Gründung im Februar 2024 durch Steve Weingarth arbeitet das Unternehmen daran, alpine Regionen besser gegen klimabedingte Risiken zu rüsten.

 

20250117 123559236 iOS

GMD-CEO Weingarth bei der Installation einer Wetterstation in einem Skigebiet zur präziseren Vorhersage von Wetterereignissen und effektiveren Beschneiung

 

Problem

Der Klimawandel führt zu häufiger auftretenden Extremereignissen wie Starkregen, Muren oder Steinschlag – oft ohne ausreichend vorausschauende Systeme. Laut Weingarth fehlt die technologische Infrastruktur, um solche Gefahren frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Die meist reaktive Herangehensweise birgt Risiken für Menschen und Infrastruktur.

 

gmd orf DOK1

Dreharbeiten zur ORF-Dokumentation „DOK 1 – Leben in der Gefahrenzone"

 

Lösung

GMD kombiniert IoT‑Sensoren (Internet‑of‑Things) mit Radartechnologie und künstlicher Intelligenz (KI). So lassen sich Bewegungen im Gelände, Pegelstände oder Verformungen an Schutzbauten in Echtzeit erfassen. Daher auch der Name des Start-ups, der für geomorphologische Detektion steht.

Die Daten werden in einer GIS‑Risikoanalyseplattform (GeoSenseAI) verarbeitet und liefern Prognosen für mögliche Gefahren. Erste Pilotanlagen wurden bereits in Kufstein installiert – etwa an der Festung zur Überwachung von Steinschlagnetzen. Weitere Kooperationen gibt es mit Infineon, dem Deutschen Alpenverein (DAV), der Universität Innsbruck und dem Land Tirol.

 

gmd festung kufstein

In der Modellregion Kufstein wurden Pilotanlagen von GMD etwa an der Festung Kufstein installiert.

 

„Wir wollen die technologische Lücke zwischen Zivilschutz, Klimaanpassung und Echtzeit-Datenanalyse schließen", erklärt Gründer und CEO gegenüber top.tirol. Das Ziel von GMD sei es jedenfalls - insbesondere im alpinen Raum, wo die Bedrohung durch Naturgefahren größer als im Flachland ist - ein digitales Schutznetz zu entwickeln. Oder wie es Weingarth ausdrückt: „Unser Ziel ist ein resilienteres Tirol.“

 

20250715 062207868 iOS

Hoch hinaus: Eine Messtation am Rande eines Gletschers

 

Ausblick

In Modellregionen wie Kufstein oder rund um die Prager Hütte will GMD das System weiter ausrollen und durch zusätzliche Wetterstationen oder Besucherzählung erweitern. Weitere Projekte in der Schweiz, Erweiterung des Teams und Ausbau der Technologie sind in Vorbereitung. Durch offene Schnittstellen und energieautarke Systeme setzt GMD auf ein langfristig wartbares Konzept. Die Auszeichnung als Verified Social Enterprise 2024 unterstreicht den gesellschaftlichen Anspruch des Start‑ups.

 

20250714 154615291 iOS

Vortrag zur Quellenschüttung auf der Neuen Prager Hütte im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Alpenvereins durch Lucas Gasthauer von GMD

13. August 2025 | AutorIn: Max Hofer | Foto: GMD GmbH

top.tirol Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über Tirols Wirtschaftsgeschehen