Am 8. Mai 2026 ist am hollu Campus in Zirl ein neues Format für den Tiroler Wirtschaftsraum gestartet: der erste Excellent Companies Round Table Tirol. 15 ausgewählte Führungspersönlichkeiten aus der Tiroler Unternehmenslandschaft kamen zusammen, um abseits öffentlicher Bühne über zentrale strategische Herausforderungen ihrer Betriebe zu sprechen – vertraulich, konzentriert und auf Augenhöhe.
Im Mittelpunkt standen zwei Themen, die derzeit viele Unternehmen gleichermaßen beschäftigen: die digitale Transformation sowie unternehmerische Nachhaltigkeit.
Ein bewusst exklusives Format: Qualität vor Größe
Der Round Table ist kein klassisches Eventformat. Es gibt keine Vorträge, keine Panels, keine Bühne. Stattdessen setzt das Netzwerk Excellent Companies auf einen geschützten Diskussionsraum unter Gleichgesinnten.
Die Begrenzung auf 15 Teilnehmende ist dabei kein Zufall, sondern konzeptioneller Kern. Der Anspruch: echte Tiefe statt oberflächlicher Impulse.
Vinzenz Wolf, CEO von Hauser & Wolf und Vorsitzender des Chapter Tirol, beschreibt die Idee dahinter klar: Strategische Fragen brauchen Vertrauen – und keinen öffentlichen Raum der Selbstdarstellung.
Nachhaltigkeit im Wandel: Von der Compliance zur Strategie
Als Gastgeber fungierte das Tiroler Familienunternehmen hollu Systemhygiene, das seit über 120 Jahren in Zirl verankert ist. Geschäftsführer Simon Meinschad machte deutlich, wie sich die Rolle von Nachhaltigkeit in vielen Unternehmen verändert hat: weg von der reinen Verpflichtung, hin zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Orientierung bieten dabei unter anderem die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die zunehmend auch im Mittelstand als Rahmen dienen.
In der Diskussion wurde deutlich: ESG-Anforderungen, lange primär im Kontext großer Konzerne verortet, prägen zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen. Im Zentrum steht dabei eine strategische Frage: Wie lässt sich Nachhaltigkeit vom Kostenfaktor zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickeln?

Auftakt für ein neues Networking-Format: Tirols Unternehmensführer beim ersten Excellent Companies Round Table.
Digitalisierung: Technologie ist nicht die größte Hürde
Co-Gastgeber Hauser & Wolf (HWXB) brachte die Perspektive aus mehreren Jahren Begleitung von Digitalisierungsprojekten in österreichischen KMU ein. Die zentrale Erkenntnis aus der Praxis: Die Herausforderung liegt selten in der Technologie selbst.
Viel entscheidender sind interne Veränderungsprozesse, verfügbare Ressourcen und die Fähigkeit, Mitarbeitende aktiv in Transformationen einzubinden. Während Softwarelösungen oft innerhalb weniger Wochen ausgewählt sind, benötigen organisatorische Veränderungen häufig Jahre.
Netzwerk als strategischer Mehrwert
Ein zentrales Merkmal des Formats ist der Anspruch auf Gegenseitigkeit. Nicht Präsentation, sondern Austausch prägt die Gespräche.
Mehrere Teilnehmende betonten den Wert des geschützten Rahmens, der Diskussionen ermöglicht, die in größeren öffentlichen Formaten kaum stattfinden würden.
Excellent Companies plant, den Round Table als dauerhaftes Format im Chapter Tirol zu verankern – als Plattform für strategischen Austausch innerhalb der Tiroler Unternehmenslandschaft.
Einordnung
Der Auftakt zeigt: Der Bedarf an vertraulichen, substanzorientierten Gesprächsformaten in der Wirtschaft wächst. Gerade in Zeiten multipler Transformationen – digital, ökologisch und organisatorisch – gewinnen Orte an Bedeutung, an denen nicht Positionierung, sondern Perspektivwechsel im Vordergrund steht.