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Brauchtum mit Wirtschaftskraft

Gauder Fest lässt Kassen klingeln

Brauchtum mit Wirtschaftskraft

Gauder Fest lässt Kassen klingeln

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Wenn sich Zell am Ziller Anfang Mai in ein Meer aus Tracht und Bierzeltstimmung verwandelt, ist das mehr als Brauchtum. Denn das Gauder Fest füllt nicht nur Festzelte – sondern auch die Kassen.

Am ersten Maiwochenende heißt es wieder „O'zapft is!“ – und Zell am Ziller verändert sich schlagartig: 30.000 BesucherInnen strömen ins Tal, rund 6.000 Nächtigungen werden verzeichnet, das 5.000-Mann-Zelt ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Für eine Gemeinde mit gerade einmal 1.800 EinwohnerInnen sind das Dimensionen, die ihresgleichen suchen.

Was einst als bescheidenes Volksfest begann, hat sich seit einer behutsamen Neuausrichtung Ende des 20. Jahrhunderts zu einem ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor entwickelt – weit über die Ortsgrenzen hinaus. „In irgendeiner Form ist das ganze Dorf beteiligt. Das stärkt den Zusammenhalt im Ort und die Identität der ganzen Region“, sagt Bürgermeister Robert Pramstrahler. Und tatsächlich zieht das Fest breite Kreise: Tourismusbetriebe, Vereine, regionale Lieferanten und Dienstleister – alle profitieren von diesen vier Tagen im Mai.

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Beim Gauder Fest wird das beschauliche Dorf Zell am Ziller zum Schauplatz eines Großereignisses mit spürbaren Effekten für das gesamte Tal.

Gäste von weit her – und ganz oben

Das Gauder Fest zieht dabei nicht nur treue StammbesucherInnen aus Bayern, der Schweiz, Liechtenstein und Südtirol an. Auch die politische und gesellschaftliche Elite Österreichs gibt sich traditionell die Ehre. Der Bieranstich durch den Landeshauptmann und die Gambrinus Rede – ein heiter-satirischer Rückblick auf das vergangene Jahr – sind längst zu Fixpunkten im politischen Terminkalender geworden. Kaum eine andere Veranstaltung bietet ein vergleichbares informelles Netzwerktreffen in einer derart volkstümlichen Kulisse.

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Nach dem Bieranstich: v. l. Bürgermeister Zell am Ziller Robert Pramstrahler, Obmann TVB Zell-Gerlos, Zillertal Arena Ferdinand Lechner jun., Moderatorin Johanna Kob, Landeshauptmann Anton Mattle, Bundeskanzler Christian Stocker, Braumeister Zillertal Bier Peter Kaufmann, Staatssekretär Alexander Pröll, Bundesminister Norbert Totschnig, Geschäftsführer Zillertal Bier Martin Lechner.

Umfangreiches Programm

Den Auftakt macht am Donnerstagabend die volkstümliche Musikszene im Zillertal Bier Festzelt. Am Freitag folgt der offizielle Festakt mit Bieranstich durch den Landeshauptmann und der Gambrinus Rede. Der Samstag gehört der Jugend: Fast 900 JungtrachtlerInnen marschieren durch den Ort und die Ranggler kämpfen um den Gauder Hogmoar – den begehrtesten Titel dieser Art im Alpenraum. Den krönenden Abschluss setzt am Sonntag Österreichs größter Trachtenumzug mit rund 2.600 Teilnehmenden, historischen Kutschen und prächtigen Pferdegespannen.

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Bei der Gambrinus Rede wird das vergangene Jahr mit einem heiter-satirischen Blick aufs Korn genommen.

Das stärkste Festbier Österreichs

Was wäre das Gauder Fest ohne Gauder Bock? Mit 7,8 Prozent Alkohol wird das Starkbier von Zillertal Bier eigens dafür bereits im Herbst eingebraut. Rund 50.000 Liter werden in den vier Festtagen ausgeschenkt, dazu kommen 15.300 Bierkrüge und gut 10.500 Mahlzeiten, die im Festzelt über den Tresen gehen.

 

28. April 2026 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: Zillertal Bier / Franz Oss

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