Der heute eröffnete Health Hub soll eine Infrastrukturlücke in Tirol schließen, Abwanderung verhindern und Tirol als führenden Life-Science-Standort Europas positionieren.
In der Exlgasse 24 in Innsbruck wurde heute der Health Hub Tirol offiziell eröffnet. Das Gemeinschaftsprojekt von Land Tirol und Standortagentur Tirol soll eine entscheidende Infrastrukturlücke im Land schließen und damit verhindern, dass hochqualifizierte Forschende, Start-ups und Unternehmen Tirol mangels Laborflächen verlassen. Übergeordnetes Ziel ist es, ein weiteres wirtschaftliches Standbein in Tirol zu etablieren.

Mit dabei bei der Eröffnung, v.l.: Landerat Mario Gerber, Standortagentur Tirol-Geschäftsführer Marcus Hofer, Health Hub Tirol-Geschäftsführer Klaus Weinberger und Genetiker und Angios Mitgründer Josef Penninger.
Die Life-Science-Branche zählt bereits zu Tirols stärksten Wirtschaftszweigen: Rund 10.000 Arbeitsplätze und über vier Milliarden Euro Jahresumsatz entfallen auf diesen Bereich. Warum dennoch zusätzlicher Handlungsbedarf besteht, erklärt Klaus Weinberger, Geschäftsführer des Health Hub Tirol: „In den Life Sciences haben wir wesentlich längere Entwicklungszeiträume. Damit Forschungsergebnisse überhaupt in der Praxis ankommen, braucht es mehr Kapital.“ Gerade deshalb sind geeignete Laborflächen, verlässliche Förderstrukturen und Investitionsanreize entscheidend.
Nachfrage übertrifft Angebot
Der Health Hub ist ein Full-Service-Angebot mit 20 Laboren, Förderprogrammen und individueller Unternehmensbetreuung. „Neun Labore sind bereits belegt, für 14 weitere gibt es intensive Gespräche – wir haben mehr Anfragen als verfügbare Fläche“, sagt Weinberger. Aktuell arbeiten dort bereits 65 Personen. Zu den eingemieteten Firmen zählen Cyprumed, KinCon Biolabs, Angios, Akedis, Lit Health und Sola Diagnostics – alles Unternehmen „an der Cutting Edge der Entwicklung“, wie Weinberger betont.

In neun Laboren sind bereits Firmen in den Health Hub eingezogen: Angio Flex ist eine davon.
Nachhaltiges Modell?
Langfristig soll sich der Standort über Mietpreise selbst tragen, die öffentliche Unterstützung von rund 10 Millionen Euro dient lediglich der Anlaufphase. Damit die Life-Science-Branche in Tirol weiter wachsen kann, braucht es laut Josef Penninger, Genetiker und Mitbegründer von Angios, vor allem Kapital und Skalierbarkeit. „Das häufigste Problem ist, dass Standorte nicht skalierbar genug sind“, so Penninger. Er regt die Schaffung eines Fonds an, der investitionsfreudige Tiroler Kapitalgeber für Life-Science-Projekte bündelt.