Ob Branche oder Bundesland – beim Einkommen gibt‘s in Österreich große Unterschiede. Besonders gut bezahlt wird etwa in der IT, während Tirol im regionalen Vergleich weit hinten liegt.
Augen auf bei der Berufswahl, heißt es bekanntlich – besonders dann, wenn man finanziell erfolgreich sein möchte. Die Entscheidung für eine Branche hat nämlich großen Einfluss auf das Gehalt, wie eine aktuelle Analyse der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu zeigt. Wer in Österreich überdurchschnittlich verdienen möchte, ist demnach vor allem in der IT gut aufgehoben: Wie im Vorjahr führt sie das Branchenranking an und erreicht im Schnitt ein Bruttojahreseinkommen von 62.673 Euro. Damit liegt sie klar über dem allgemeinen Einkommensschnitt von 51.185 Euro brutto pro Jahr.
Dahinter reihen sich erneut das Bankwesen mit durchschnittlich 58.660 Euro sowie der Energiesektor mit 58.231 Euro ein. Veränderungen zeigen sich erst auf den nächsten Plätzen: Medizin/Pharma sowie Beratung/Consulting rutschen nach unten. Stattdessen folgen nun Forschung und Entwicklung mit 57.695 Euro sowie der Maschinenbau, in dem jährlich durchschnittlich 56.699 Euro brutto gezahlt werden.

Bestverdienende Berufsgruppen
Ein Blick auf einzelne Berufsgruppen zeigt ebenfalls klare Unterschiede. Am meisten verdienen ÄrztInnen mit einem durchschnittlichen Jahresbrutto von 85.224 Euro. Dahinter folgen SoftwarearchitektInnen mit 82.561 Euro. Die weiteren Plätze belegen Manager (77.024 Euro), Product Owner (73.965 Euro) sowie Key Account Manager (72.634 Euro).
Regionale Unterschiede bleiben deutlich
Auch regional zeigen sich erhebliche Gehaltsunterschiede. Tirol rangiert im Bundesländervergleich mit durchschnittlich 48.090 Euro auf dem vorletzten Platz. Lediglich KärntnerInnen verdienen um 549 Euro weniger. An der Spitze steht Wien mit einem Jahresbrutto von 53.293 Euro, gefolgt von Vorarlberg (52.740 Euro) und Oberösterreich (51.461 Euro).
Ein möglicher Grund für diese Differenzen liegt in der Unternehmensstruktur. Die Größe eines Betriebs wirkt sich maßgeblich auf das Einkommen aus. Am besten zahlen gemäß der Auswertung Unternehmen mit rund 1.000 bis 10.000 Beschäftigten – hier beträgt das Durchschnittsgehalt 55.836 Euro. Deutlich geringer fallen die Einkommen in kleinen Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitenden aus: Dort werden im Schnitt 49.121 Euro brutto pro Jahr bezahlt.

Eine Frage des Geschlechts
Zudem haben Berufserfahrung, Personalverantwortung genauso wie das Geschlecht Einfluss auf die Höhe des Einkommens. So kommen laut der Analyse Frauen ein durchschnittliches Einkommen von 45.699 Euro, Männer hingegen auf 54.424 Euro. Die Lohnlücke liegt damit im Schnitt bei 16 Prozent und zieht sich konstant durch das Berufsleben. Berufseinsteigerinnen starten mit einem deutlich geringeren Einkommen ins Berufsleben als Männer. Während Frauen zu Beginn im Schnitt 40.085 Euro brutto pro Jahr verdienen, liegen ihre männlichen Kollegen mit durchschnittlich 44.575 Euro spürbar darüber. Auch mit zunehmender Verantwortung bleibt die Lücke bestehen: In Führungspositionen erreichen Frauen ein Jahresbrutto von rund 52.900 Euro, Männer hingegen überschreiten mit mehr als 64.600 Euro deutlich diese Marke.