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Hoher Besuch in Tirol

Industriedialog in Tirol

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Bundeskanzler Christian Stocker, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und der Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung Max Kloger trafen heute beim Tiroler Unternehmen Leonhard Lang in Innsbruck zum Industriedialog zusammen.

Bundeskanzler Stocker bekräftigte bei dieser Gelegenheit das Bekenntnis der Bundesregierung zum Wirtschaftsstandort Österreich. Das aktuelle Doppelbudget bezeichnete er als wegweisend: „Dieses Budget ist kein Krisenbudget, aber es ist ein Budget in der Krise.” Ab 2028 sollen die Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt gesenkt werden – ein Volumen von knapp zwei Milliarden Euro, das Stocker als „historisch” einordnete. Für gezielte Investitionen in Schlüsseltechnologien stelle der Bund insgesamt 2,6 Milliarden Euro bereit. Vermögens- und Erbschaftssteuern werde es nicht geben, da man „den Standort und die Vermögensbildung stärken” wolle.

Tirols Stärken: Life Science und Quantentechnologie

Landeshauptmann Mattle hob die besonderen Stärken Tirols hervor. Im Bereich Life Science sind rund 10.000 Personen beschäftigt – rund ein Viertel aller Tiroler Industriearbeitsplätze – und 27 Prozent der österreichweiten Wertschöpfung in diesem Sektor entfallen auf Tirol. Bei der Quantentechnologie nimmt die Universität Innsbruck seit den 1990er-Jahren eine europäische Vorreiterrolle ein. Er betonte zudem noch einmal, wie wichtig es sei, dass Tirol als erstes Bundesland ab Herbst ein Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz einführen möchte, um „beiden Teilen einer Familie zu ermöglichen, auch der Erwerbsarbeit nachzugehen.”

Erholung mit Vorbehalten

IV-Präsident Kloger zeigte sich vorsichtig optimistisch: Der Geschäftsklimaindex in Tirol sei von 2 Punkten im Wahljahr auf aktuell 33 Punkte gestiegen. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,4 Prozent in der Kernindustrie erwartet. Gleichzeitig warnte Kloger vor steigender Inflation (3,3 Prozent im April) und höheren Energiepreisen (+10,7 Prozent). Als größtes Hemmnis nannte er die Bürokratie – insbesondere die geplante EU-Entgelttransparenzrichtlinie: „Es gibt kein Unternehmen, das sich nicht darüber auslässt, dass wir hier ein Bürokratiemonster kriegen.” Zur wirtschaftlichen Lage fasste er zusammen: „Erste Erholungssignale sind da, und der Umschwung und Aufschwung wird dann passieren, wenn wir jetzt die richtigen Schritte setzen.”

Standort Leonhard Lang

Das gastgebende Unternehmen stehe laut Kloger exemplarisch für die angestrebte Verbindung von Spitzentechnologie und industrieller Produktion. Stocker lobte die jüngste Investitionsentscheidung des Unternehmens ausdrücklich: „In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist das ein starkes Bekenntnis zu Tirol und damit auch zu Österreich.” Mit dem Ausbau des Innsbrucker Standorts entstehen zusätzliche Produktionsflächen, Lagerkapazitäten und moderne Infrastruktur. 

12. Mai 2026 | AutorIn: Haris Kovacevic | Foto: Land Tirol / Fitsch/Magnific

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