Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: Markify.
Creator-Marketing gilt für viele Unternehmen als interessanter Zugang zu Zielgruppen in sozialen Medien. In der Praxis ist dieser Weg aber oft mit viel Handarbeit verbunden: passende CreatorInnen finden, Konditionen abstimmen, Nutzungsrechte klären und Ergebnisse auswerten. Genau dort setzt das Innsbrucker Start-up Markify an. Gegründet wurde das Unternehmen Ende 2025 von Marc Czernich, Laurenz Keller und Philipp Zeni. Die Plattform soll Unternehmen und CreatorInnen in einem klaren digitalen Ablauf zusammenbringen.

Keller gehört zum Gründerteam des Innsbrucker Start-ups Markify
Warum ist Creator-Marketing für viele Unternehmen noch so aufwendig?
Creator-Marketing ist für viele Unternehmen noch so aufwendig, weil die Zusammenarbeit häufig ohne klare Standards abläuft. Wer eine Kooperation mit Personen eingehen will, die in sozialen Medien eine eigene Community aufgebaut haben, muss oft lange suchen, zahlreiche Direktnachrichten schreiben und Absprachen einzeln verhandeln. Preise sind dabei nicht immer leicht vergleichbar, Nutzungsrechte werden unterschiedlich geregelt und viele Kooperationen beginnen organisatorisch jedes Mal wieder von vorn.
Der Ausgangspunkt für Markify lag in einer Erfahrung aus der Praxis. Marc Czernich hatte zuvor die Social-Media-Agentur MC Media aufgebaut und damit Inhalte für KundInnen produziert. Dabei sei, so das Gründerteam, eine zentrale Erkenntnis gereift: Auf sozialen Medien gehe es nicht zuerst um Inhalte, sondern um Vertrauen in Menschen und deren Community. Daraus entstand die Idee, nicht nur Beiträge für Marken zu produzieren, sondern eine Infrastruktur zu schaffen, über die Unternehmen direkt mit passenden CreatorInnen zusammenfinden.
Czernich beschreibt auch die Motivation hinter dem Projekt so: „Oft ist nicht das Produkt das Problem, sondern die fehlende Sichtbarkeit. Die besten Angebote bringen wenig, wenn die richtigen Menschen nie davon erfahren.“ Genau an diesem Punkt sieht Markify eine Lücke: bei einem Markt, der wächst, für viele Unternehmen aber noch immer unübersichtlich und schwer zugänglich ist.

Czernich bringt die Erfahrung aus dem Agenturgeschäft in den Aufbau von Markify ein.
Wie will Markify Kooperationen zwischen Unternehmen und CreatorInnen vereinfachen?
Markify will Kooperationen zwischen Unternehmen und CreatorInnen vereinfachen, indem die einzelnen Schritte auf einer Plattform gebündelt werden. Unternehmen können passende CreatorInnen finden, deren Angebote vergleichen und Kooperationen mit wenigen Schritten buchen. Preise und Nutzungsrechte sollen dabei von Beginn an sichtbar sein.
Die Idee dahinter ist, Creator-Marketing stärker zu standardisieren und damit planbarer zu machen. Nach einer Buchung sollen indes nicht nur die Kontakte vermittelt werden. Markify erstellt auch Briefings, bereitet Verträge und Rechnungen vor und strukturiert die Zusammenarbeit in einem geordneten Ablauf. Nach Veröffentlichung der Inhalte sollen zudem Leistungsdaten erfasst und für weitere Kooperationen nutzbar gemacht werden. Damit will das Unternehmen einen Bereich ordnen, der bisher vielfach von Einzelabsprachen und improvisierten Prozessen geprägt ist.
Die Entwicklung nahm nach Angaben des Unternehmens Mitte 2025 Gestalt an. Ende 2025 wurde Markify in Innsbruck gegründet. Im Februar 2026 ging eine erste funktionsfähige Version online, im März 2026 wurde die Plattform als offener digitaler Marktplatz gestartet. Seither arbeitet das Team laut eigenen Angaben mit ersten Testbuchungen, einem wachsenden Netzwerk an CreatorInnen und Rückmeldungen aus der Nutzung, um das Angebot laufend weiterzuentwickeln.

Ziel von Markify ist es, Kooperationen zwischen Unternehmen und CreatorInnen digital zu strukturieren.
Was plant Markify nach dem Start der Plattform?
Markify plant nach dem Start der Plattform vor allem den weiteren Ausbau des Systems und des Netzwerks. Das Unternehmen will die Plattform auf Basis der ersten Rückmeldungen verfeinern und mehr Unternehmen wie auch CreatorInnen an Bord holen. Zugleich ist der Anspruch groß: Aus Tirol heraus soll ein Angebot entstehen, das auch international funktionieren kann.
Das Gründerteam sieht Creator-Marketing nicht als kurzfristigen Trend, sondern als festen Teil künftiger Markenkommunikation. „Wir sind davon überzeugt, dass Creator-Marketing in den kommenden Jahren zu einem noch selbstverständlicheren Teil moderner Markenkommunikation wird. Unser Ziel ist es, dafür den weltweiten Standard zu bauen“, sagt das Team.
Bis dahin liegt der Fokus auf Aufbauarbeit. Keller, Czernich und Zeni beschreiben diese Phase als intensiv und konsequent. In einem Markt ohne klaren Standard versucht Markify, einen digitalen Prozess zu etablieren, der für Unternehmen ebenso wie für CreatorInnen einfacher nachvollziehbar ist.