Der Konflikt mit dem Iran sorgt für Unruhe auf den Energiemärkten – und Autofahrer spüren das bereits an der Zapfsäule. Rebecca Kirchbaumer, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr, ordnet die aktuelle Lage ein.
Steigende Preise sind längst Teil unseres Alltags geworden. Kaum entspannt sich die Lage ein wenig, sorgt die nächste Krise für neue Unsicherheit. Diesmal ist es der Konflikt mit dem Iran, der die Märkte nervös macht – und bereits an der Zapfsäule bemerkbar ist. Doch was bedeutet der Konflikt für die kommenden Wochen in Tirol – und wie teuer könnte Tanken noch werden?
„Zu sagen, was auf uns zukommt, wäre, als wüsste man schon heute die nächsten Lottozahlen“, macht es Tankstellenbetreiberin Rebecca Kirchbaumer deutlich. Dennoch erwartet sie keine Auswirkungen wie zu Beginn des Ukrainekriegs. „Dass es zu einer Verknappung kommen kann, ist nichts Außergewöhnliches – das gehört zur normalen Marktwirtschaft. Aber ich glaube nicht, dass die Preise so exorbitant steigen werden wie 2022“, erklärt sie. Damals kletterte der Ölpreis kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine zeitweise auf über 130 Dollar pro Barrel. In Österreich kostete Diesel in der Spitze rund 2,09 Euro pro Liter, Benzin etwa 2,05 Euro. Im aktuellen Konflikt mit dem Iran liegt der Ölpreis deutlich darunter – Anfang März bei rund 80 bis 85 Dollar pro Barrel. Forschende gehen dennoch davon aus, dass die Preise weiter steigen könnten. Wie stark, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie sich die weltpolitische Lage in den kommenden Wochen entwickelt.
Teurer Sprit, kaum Gewinn
Für Tankstellen bedeutet ein Preisanstieg allerdings keineswegs automatisch höhere Einnahmen. „Ganz im Gegenteil“, betont Kirchbaumer. Die Marge bleibe gleich. „Wir büßen sogar ein. Wenn die Preise steigen, tanken viele Menschen weniger. Und damit leidet auch unser Nebengeschäft – etwa Verkäufe im Shop oder der Kaffee.“

Rebecca Kirchbaumer betreibt drei OMV-Tankstellen in Tirol und ist zudem Obfrau der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Tirol.