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Tirol arbeitet gratis

Jede vierte Überstunde bleibt unbezahlt

Jede vierte Überstunde bleibt unbezahlt
In Tirol fällt bereits jede fünfzigste Arbeitsstunde als Überstunde an.
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Jede vierte Überstunde bleibt unbezahlt

Jede vierte Überstunde bleibt unbezahlt
In Tirol fällt bereits jede fünfzigste Arbeitsstunde als Überstunde an.

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In Tirol ist bereits jede fünfzigste Arbeitsstunde eine Überstunde, der Großteil davon wird allerdings weder bezahlt noch versteuert. Das kostet Beschäftigte auf der einen Seite Einkommen, den Standort auf der anderen Seite Millionen an Kaufkraft.

Laut Berechnungen des ÖGB auf Basis von Daten der Statistik Austria wurden 2025 in Österreich von jährlich über 170 Millionen Überstunden rund 46 Millionen Überstunden weder ausbezahlt noch durch Zeitausgleich kompensiert. Das entspricht 27 Prozent aller geleisteten Überstunden. Für Beschäftigte bedeutet das einen Verlust von rund 2,5 Milliarden Euro an Bruttoentgelt. Neben den ArbeitnehmerInnen verliert allerdings auch der Staat. Insgesamt entgehen ihm durch diese unbezahlte Arbeit 1,23 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

 

Tirol im Überstunden-Vergleich

Doch wie stark betrifft dieses Phänomen Tirol? Mit 12,5 Millionen Überstunden pro Jahr entfallen ganze 7,35 Prozent aller Überstunden in Österreich auf Tirol. Damit liegt das Bundesland hinter den vergleichsweise arbeitskraftstarken Bundesländern Wien, Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark auf Rang fünf. Gleichzeitig entsprechen diese Überstunden rund zwei Prozent des gesamten Arbeitsvolumens in Tirol. Anders gesagt: Jede fünfzigste Arbeitsstunde in Tirol ist eine Überstunde.

 

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Jede vierte Stunde unbezahlt

Überträgt man den vom ÖGB berechneten österreichweiten Anteil von 27 Prozent unbezahlter Überstunden auf Tirol, beläuft sich das rechnerisch auf rund 3,4 Millionen unbezahlter Überstunden jährlich. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Niedriglohnsektor, darunter viele ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund sowie Frauen in Dienstleistungsbranchen wie Tourismus, Gastronomie oder Reinigung.

 

Wirtschaftliche Folgen für Tirol

Für Tirol als stark dienstleistungsorientierte Region hat eine derart hohe Anzahl unbezahlter Überstunden spürbare Konsequenzen:

  • Weniger Kaufkraft: Nicht bezahlte Arbeit reduziert aufgrund der fehlenden Euro im Börserl direkt den privaten Konsum im Land.

  • Verzerrter Wettbewerb: Betriebe, die Überstunden korrekt entlohnen, stehen unter Kostendruck gegenüber jenen, die auf unbezahlte Mehrarbeit setzen.

  • Unsichtbarer Arbeitsbedarf: Wenn Überstunden nicht abgegolten werden, bleibt der tatsächliche Personalbedarf verborgen. Damit fallen Neueinstellungen aus, und der Fachkräftemangel verschärft sich.

  • Mindereinnahmen für den Staat: Auch auf Landesebene wirkt sich der Ausfall von Steuern und Abgaben indirekt aus – etwa auf Investitionen in Infrastruktur oder Standortpolitik.

 

Schattenwirtschaft als blinder Fleck

Die Bundesregierung hat zuletzt steuerliche Anreize angepasst. Seit 2026 sind bis zu 15 Überstunden-Zuschläge monatlich bis maximal 170 Euro steuerfrei. Allerdings greift diese Maßnahme nur bei bezahlten Überstunden. Bleibt die Bezahlung der geleisteten Überstunden aus, bleibt auch ein wesentlicher Teil der Tiroler Wirtschaftsleistung unsichtbar. Die realen Kosten tragen Beschäftigte, Betriebe und der Standort gleichermaßen.

03. April 2026 | AutorIn: Isabella Walser-Bürgler | Foto: Shutterstock; Freepik/AI-generated

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