Privatinsolvenz gegen Michael Karlinger – bereits mehrere verbundene Gesellschaften betroffen.
Am Landesgericht Innsbruck wurde ein Konkursverfahren über das Vermögen des Tiroler Immobilienunternehmers Michael Stefan Karlinger aus Lans eröffnet. Den Antrag stellte ein Gläubiger. Die vom Schuldner selbst angegebenen Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 16,37 Millionen Euro – eine außergewöhnlich hohe Summe für eine Privatinsolvenz ohne Mitarbeiter.
Laut KSV1870, der die Hintergründe derzeit prüft, sollen die Schulden vor allem aus persönlichen Haftungen stammen, die Karlinger als Geschäftsführer verbundener Gesellschaften übernommen hatte – offenbar um deren wirtschaftliche Schwierigkeiten abzufedern. Solche Konstruktionen, bei denen Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen für Unternehmensverbindlichkeiten geradestehen, können im Insolvenzfall zur vollständigen privaten Überschuldung führen.
Das Verfahren ist Teil einer größeren Insolvenzwelle rund um Karlingers Firmengeflecht: Die j.kmh GmbH – ehemals Karlinger Real Estate GmbH –, deren Kerngeschäft die Vermittlung vorwiegend exklusiver Immobilien war, ist bereits insolvent. Nach Unternehmensangaben findet derzeit keine betriebliche Tätigkeit mehr statt, eine Wiederaufnahme ist nicht geplant. Ebenfalls insolvent ist die Mamm Beta GmbH, ein Bauträger, der unter anderem an Wohnbauprojekten im Tiroler Unterland beteiligt war – darunter die „Kalksteinresidenz" in St. Johann in Tirol. Auslöser dort waren laut KSV1870 ausstehende Kreditraten gegenüber einer finanzierenden Bank in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro. Auch bei der Michael Karlinger GmbH wird mit der Einleitung eines Insolvenzverfahrens gerechnet.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Christian J. Winder bestellt. Ob eine Fortführung der unternehmerischen Tätigkeit möglich ist, wird nun geprüft. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 15. Juli anmelden, die erste Prüfungstagsatzung ist für den 29. Juli angesetzt.
Der Fall reiht sich in ein schwieriges Umfeld für die Tiroler Immobilienbranche ein. Besonders Projektentwickler und spezialisierte Bauunternehmen gerieten zu Jahresbeginn 2026 erneut unter Druck – die Konsolidierung in der Bau- und Immobilienbranche ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Gesamtjahr 2025 waren neun der zehn nach Passiva größten Insolvenzen Österreichs der Immobilienentwicklung zuzuordnen.
Der KSV1870 weist ausdrücklich darauf hin, dass die bisher vorliegenden Angaben noch nicht vollständig verifiziert werden konnten.