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Analyse der Firmenpleiten 2025

Kostendruck bringt Betriebe zum Straucheln

Analyse der Firmenpleiten 2025

Kostendruck bringt Betriebe zum Straucheln

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Liquiditätsengpässe, Planungsdefizite, Kostendruck – hausgemachte Schwächen treiben Österreichs Unternehmen in die Insolvenz. Die Zahlen des KSV1870 zeichnen ein alarmierendes Bild.

Österreichs Unternehmen stehen unter Druck – und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2025 mussten mehr als 6.800 Betriebe Insolvenz anmelden, das Ergebnis eines lang anhaltenden Belastungsprozesses, der für viele schließlich nicht mehr zu bewältigen war. Die hohe Kostenbelastung in Kombination mit einer anhaltend schwachen Geschäftslage erwies sich als fatale Kombination.

Das zeigt auch die aktuelle Analyse des Kreditschutzverbandes KSV1870, der rund 3.800 eröffnete Firmeninsolvenzen auswertete: Beinahe jede zweite Pleite ist auf sogenannte „operative Ursachen“ zurückzuführen, ein Anstieg um 4,9 Prozentpunkte gegenüber 2024 und ein historischer Höchstwert. „Für viele Unternehmen ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Sie können den Kostenberg nicht mehr bewältigen“, erklärt Karl-Heinz Götze, Leiter des KSV1870-Insolvenzbereichs.

Tagesgeschäft als Schwachstelle

Hinter dem Begriff „operative Ursachen“ verbergen sich Finanzierungsschwächen, Liquiditätsengpässe, Absatzschwächen sowie Planungsdefizite – allesamt Bereiche, die zum Kerngeschäft jedes Unternehmens gehören. Noch 2022 lagen operative Ursachen bei lediglich 29 Prozent aller Insolvenzen; seitdem ist der Anteil kontinuierlich gestiegen. Götze sieht darin ein strukturelles Problem: „Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass viele Betriebe aufgrund des anhaltenden Krisenmodus ihre Basisarbeit im Tagesgeschäft vernachlässigen. Daraus resultieren Fehlentscheidungen, die sich im Nachhinein kaum noch korrigieren lassen.“

Fehlstart und Führungsversagen

Mit 18,4 Prozent bleibt die Kategorie der Gründungsfehler ein gewichtiger Faktor. Fehlende Branchenkenntnisse, unzureichende betriebswirtschaftliche Grundlagen oder zu wenig Eigenkapital sind dabei die häufigsten Ursachen. „Die aktuelle Marktlage verzeiht keine Wissenslücken rund um eine Gründung", mahnt Götze. Strategische Fehlentscheidungen – etwa das zu späte Reagieren auf Marktveränderungen – waren für weitere 11,2 Prozent der Insolvenzen verantwortlich. Neun Prozent gehen auf die Vernachlässigung klassischer Führungsaufgaben oder strafrechtlich relevante Handlungen zurück.

Höhere Gewalt tritt in den Hintergrund

Ein bemerkenswerter Gegentrend: „Unbeherrschbare Umstände" – einst durch die Coronapandemie auf über 28 Prozent getrieben – sind zum dritten Mal in Folge gesunken und lagen 2025 nur noch bei 7,2 Prozent. Die großen kollektiven Krisen verlieren als Insolvenzursache an Gewicht. Stattdessen wurden persönliche Schicksalsschläge wie Krankheiten erstmals seit 2019 häufiger genannt als Naturkatastrophen oder Pandemien. Die externen Erschütterungen treten in den Hintergrund – die strukturellen Schwächen hingegen nicht.

20. Mai 2026 | AutorIn: PM/Anna Füreder | Foto: Magnific Ai

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