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Landesverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität

Landesverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität

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Die Tiroler Landesverwaltung geht mit der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen als Vorbild voran. Unter anderem wurde die Fotovoltaik-Leistung auf Landesgebäuden 2023 um 1,7 Megawatt gesteigert. Zudem dient ein kostenloses Job-Ticket für MitarbeiterInnen als weiterer Anreiz für öffentliche Mobilität.

Die Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie gibt den Fahrplan für eine nachhaltige Ausrichtung des Landes bis 2030 vor. Eine wesentliche Rolle dabei spielt auch die Landesverwaltung selbst, die als Vorbild vorangehen soll. Seit Beschluss der Strategie im Jahr 2021 konnten schon bedeutende Meilensteine erreicht werden, auch die nun vorliegende Bilanz des ersten Halbjahrs 2023 ist für LH Anton Mattle erfreulich: „Von der nachhaltigen Beschaffung über den konsequenten Ausbau der Photovoltaik auf Landesgebäuden bis hin zur Mobilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind uns schon viele wichtige Schritte gelungen. Mit dem in den vergangenen Jahren erfolgten PV-Ausbau auf Landesgebäuden können wir durchaus zufrieden sein und alleine 2023 werden wir voraussichtlich etwa 10.000 Quadratmeter zusätzliche PV-Anlagenfläche auf Landesgebäuden schaffen. Wir werden unseren Weg konsequent weiterverfolgen, um die Zielsetzungen in den unterschiedlichen Bereichen bis 2030 zu erreichen.”

Job-Ticket für Landesbedienstete ab Herbst

Klimaschutz- und Mobilitätslandesrat René Zumtobel hebt besonders hervor, was in Sachen MitarbeiterInnen-Mobilität erreicht werden konnte: „Anfang Juni haben wir in der Landesregierung eine Dienstrechtsnovelle beschlossen, durch die die Landesbediensteten künftig auf Wunsch anstelle des Fahrtkostenzuschusses ein VVT KlimaTicket Tirol erhalten und damit den gesamten Öffi-Verkehr 365 Tage im Jahr in Tirol kostenlos nutzen können. Für mich ist das ein wesentlicher Schritt, um noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Umstieg auf die Öffis zu erleichtern und auch in der Freizeit die vermehrte Nutzung von Bus und Bahn zu fördern. Auch Haushaltsangehörige profitieren davon, denn beim Kauf eines zweiten KlimaTickets Tirol im selben Haushalt gibt es 30 Prozent Rabatt.” Neben dem Job-Ticket wird die umweltfreundliche Mobilität auch auf anderen Ebenen gefördert: Landesbediensteten stehen Fahrräder und Scooter zur Verfügung, um Dienstwege zurückzulegen, und der Landesfuhrpark wird Schritt für Schritt auf Elektroautos umgestellt. Seit Herbst 2021 besteht zudem eine Kooperation mit dem Stadtrad Innsbruck, durch die aktuell bereits mehr als 270 Angestellte in Innsbruck zum Sondertarif in die Pedale treten.

2023: PV-Leistung auf Landesgebäuden wird um 1,7 Megawatt gesteigert
Bei Neubauten im Landesbesitz besteht seit 2022 eine „PV-Pflicht”, doch auch auf bestehenden Gebäuden wird das Solarpotenzial sukzessive ausgeschöpft. „Bis 2030 sollen alle geeigneten Bestandsgebäude nachgerüstet sein – insgesamt rund 70.000 Quadratmeter. Mit den zusätzlichen 10.000 Quadratmetern, die im Jahr 2023 an PV-Anlagenflächen auf Landesgebäuden geplant sind, kommen wir Ende des Jahres gesamt auf rund 16.000 Quadratmeter und damit die Fläche von 2,3 Fußballfeldern. Die daraus resultierende Gesamtleistung wird sich auf rund 2,7 Megawatt belaufen”, freut sich Landesamtsdirektor Herbert Forster.

Landesdruckerei mit Österreichischem Umweltzeichen

Zu den zahlreichen weiteren Maßnahmen, die das Land umsetzt, gehört auch die nachhaltige Beschaffung: Welche Produkte kauft die öffentliche Verwaltung, was kann wiederverwendet werden und wo gibt es nachhaltige Alternativen? Bei der hausinternen Landesdruckerei werden bereits nachhaltige Druck- und Recyclingpapierprodukte verwendet, wofür das Land mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurde. Zudem werden alle Landesveranstaltungen Schritt für Schritt auf die Kriterien von Green Events umgestellt – der Tag der offenen Tür am 26. Oktober wird heuer bereits zum 6. Mal als Green Event veranstaltet. Das bedeutet, dass beispielsweise bei Drucksorten auf Recyclingpapier geachtet wird, regionale Speisen und Getränke angeboten werden und diese so verpackt bzw. ausgegeben werden, dass möglichst wenig Müll anfällt und auch sozialökonomische Betriebe bei der Umsetzung miteingebunden werden.

Biodiversität fördern

Auch kleine Veränderungen können eine große Wirkung erzielen. Um die Artenvielfalt zu fördern werden Mäharbeiten entlang von Landesstraßen und auf landeseigenen Grünflächen seit 2021 nur noch in unbedingt notwendigem Ausmaß zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit durchgeführt – beispielsweise rund um Verkehrszeichen oder im Sichtbereich von Kreuzungen. Ansonsten dürfen die Gräser und Pflanzen dort nun länger wachsen als bisher und bieten so Insekten und anderen kleinen Tieren Nahrung und Unterschlupf. Einmal jährlich nach der Blüte erfolgen dann die Mäharbeiten. Zudem gibt es mittlerweile zwölf Bienenvölker am Dach des Landhaus 2, die von engagierten Hobby-ImkerInnen gepflegt werden.

Die Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie wird in mehrjährigen Maßnahmenpaketen bearbeitet und immer wieder evaluiert. Im aktuellen Maßnahmenpaket sind insgesamt 191 Maßnahmen enthalten, von denen bereits 171 umgesetzt wurden oder in Umsetzung sind. „Die Richtung stimmt! Wir werden auch weiterhin alles daransetzen, unser Land nachhaltig auszurichten und für kommende Generationen eine lebenswerte Zukunft zu schaffen”, sind LH Mattle und LR Zumtobel überzeugt.

28. August 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: Shutterstock

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