Nach mehreren Jahren mit realen Umsatzrückgängen gibt es erstmals positive Signale aus dem österreichischen Handel. Im ersten Halbjahr 2025 konnte die Branche ein reales Umsatzplus von 0,5 Prozent verbuchen – das erste seit dem zweiten Halbjahr 2021.
Das Positive vorweg: Laut den Daten der aktuellen Analyse des Instituts für Österreichs Wirtschaft im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich legte der Einzelhandel real um 1,6 Prozent zu, die Kfz-Wirtschaft um 1,1 Prozent. Haupttreiber des Wachstums waren der Lebensmittelhandel (+2,1 Prozent) sowie einzelne Non-Food-Bereiche wie der Schuhhandel (+7,5 Prozent). Der Großhandel hingegen blieb real leicht im Minus. Doch nicht alle Sparten profitieren: Schmuck- und Buchhandel mussten herbe reale Rückgänge von über 10 Prozent hinnehmen, was unter anderem mit dem stark gestiegenen Goldpreis bzw. geänderten Konsumgewohnheiten zusammenhängt. Auch Spielwaren, Elektro- und Möbelhandel entwickelten sich negativ.
Vorsichtiger Optimismus in Tirol
Auch in Tirol zeigen sich erste Erholungstendenzen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Stimmung unter den Handelsbetrieben hat sich laut dem Konjunkturbarometer der WK Tirol verbessert. Der Anteil jener Unternehmen, die ihre aktuelle Auftragslage als gut bezeichnen, ist gegenüber Jahresbeginn von 14 auf 28 Prozent gestiegen. Trotzdem bleibt die Lage angespannt: Im ersten Halbjahr 2025 gab es in Tirol 220 Unternehmensinsolvenzen – rund 25 davon im Handel. Auch die Beschäftigung ist rückläufig, österreichweit sank die Zahl der Beschäftigten im Handel um 1,6 Prozent. Der stationäre Handel kämpft weiterhin mit hoher Kostenbelastung, Kaufzurückhaltung und starker Online-Konkurrenz – gerade durch internationale Plattformen.
Realer Aufschwung möglich
Für das Gesamtjahr 2025 sind die Erwartungen im Handel verhalten positiv. „Die konjunkturelle Talsohle dürfte damit durchschritten sein“, so WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik. Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus der Erholung ein nachhaltiger Aufschwung werden kann.