Acht Billionen Dollar soll die globale Longevity-Ökonomie bis 2030 schwer sein. Am Lansersee kamen Ende April beim ersten RISE Longevity Venture Salon jene zusammen, die diesen Markt mitgestalten wollen: GründerInnen, InvestorInnen und ForscherInnen von insgesamt drei Kontinenten.
Am Ufer des Lansersees in Tirol entstand Ende April etwas Ungewöhnliches: kein Branchenkongress mit Massenabfertigungsbetrieb, sondern ein Format, das bewusst mit den Gepflogenheiten klassischer Wirtschaftsveranstaltungen bricht. Vom 23. bis 26. April 2026 fand hier der erste RISE Longevity Venture Salon statt – vier Tage, die zeigen sollen, wie Netzwerken der Zukunft aussehen könnte.
Substanz statt Show
Hinter dem Konzept steht Daniel Rhomberg, Eigentümer und Betreiber des Lansersees. „Wir wollen eine dauerhafte Institution schaffen, die Tirol international positioniert und Europas technologische Souveränität stärkt“, erklärt der Initiator. Das Vehikel dafür sind sogenannte Venture Salons – mehrtägige, hochkuratierte Zusammenkünfte zu wegweisenden Themenfeldern. Der Leitgedanke „Merit over Marketing“ steht für Substanz vor Inszenierung. „Statt Elevator Pitches und Frontalpräsentationen soll entschleunigter Dialog im Vordergrund stehen“, betont Rhomberg. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte streng gefiltert. Zugelassen waren ausschließlich evidenzbasierte Deep-Tech-GründerInnen in der Pre-Seed- oder Seed-Phase.
„Wir wollen eine dauerhafte Institution schaffen, die Tirol international positioniert und Europas technologische Souveränität stärkt.“
Daniel Rhomberg,
Founder RISE Venture Salons
Longevity als Assetklasse des Jahrhunderts
Das Thema des Auftaktsalons war programmatisch gewählt: „Longevity Biotech, also Biotechnologien zur Lebensverlängerung, gilt bei führenden RisikokapitalgeberInnen längst als ‚Asset Class of the Century‘“, fasst es Rhomberg zusammen. So soll die globale Longevity-Ökonomie bis 2030 ein Volumen von acht Billionen US-Dollar erreichen, getrieben vom demografischen Wandel: Bis 2050 verdoppelt sich die Zahl der über 60-Jährigen weltweit auf 2,1 Milliarden. Der Salon adressierte daher den Übergang von reaktiver Krankenversorgung hin zu präventiver, KI-gestützter Medizin.

A real Fireside Chat: Am Lagerfeuer tauschte sich Shahram Seyedin-Noor (Civilization Ventures founder & managing partner) über Lebenserfahrung, Smart Capital und Investment-Philosophie mit Daniel Rhomberg (RISE) aus.
„Insgesamt präsentierten 17 Start-ups ihre Ansätze. Sieben davon aus den USA, zehn aus Europa, darunter Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Island und Rumänien sowie ein Vertreter aus Argentinien“, erklärt der Gastgeber. Auf Investorenseite waren unter anderem Civilization Ventures aus San Francisco, Alpha Intelligence Capital sowie regionale Family Offices vertreten. Shahram Seyedin-Noor, Gründer von Civilization Ventures, begleitete alle vier Tage persönlich und brachte zwei Jahrzehnte Silicon-Valley-Erfahrung in einen Fireside Chat direkt am Seeufer ein. Den wissenschaftlichen Rahmen setzte Morten Scheibye-Knudsen, Co-Chair der weltweit größten Aging-Konferenz ARDD, als Keynote-Speaker. Einer der ersten Unterstützer war Markus Langes-Swarovski. Er begleitete das Format von Beginn an und stieg mit seinem Family Office Reverdie frühzeitig als Investor ein.
Der nächste RISE Venture Salon ist bereits für Herbst 2026 geplant – dann mit Physical AI als Leitthema.