Die Tiroler Adler Runde fordert den sofortigen Rücktritt von Harald Mahrer als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Begründet wird dies mit einem Verlust von Glaubwürdigkeit und Reformkraft.
„Die Wirtschaft braucht Vorbilder, keine politisch agierenden Funktionäre ohne Zukunftsperspektive“, betont Klaus Mark, Sprecher der Tiroler Adler Runde. Die Kammer müsse wieder Anwalt und Partner der Unternehmerinnen und Unternehmer sein. „Wir fordern eine Rückbesinnung auf die Grundwerte der Wirtschaft: Leistung, Verantwortung und Glaubwürdigkeit.“ Karl Christian Handl, Präsident der Tiroler Adler Runde, bezeichnet die Situation als „Wendepunkt für die Glaubwürdigkeit der Interessenvertretung“.
Die Kammer solle als praxisnahe Serviceplattform fungieren – besonders für kleine und mittlere Betriebe. „Es geht nicht um politische Machtspiele, sondern um echte Unterstützung der Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Kammer soll helfen, Probleme zu lösen und der Politik konkrete, umsetzbare Maßnahmen vorschlagen“, so Handl weiter.
Transparenz und Effizienz statt Rücklagen und Bürokratie
Die Tiroler Adler Runde kritisiert mangelnde Transparenz bei der Verwaltung von Kammergeldern und verweist auf Berechnungen der Agenda Austria, wonach 2,2 Milliarden Euro an Rückstellungen bei der Kammer lägen. Adler-Vorstand Joe Empl betont: Gelder der Mitglieder müssten im Sinne dieser – etwa für Ausbildung, Forschung, Strukturmaßnahmen und Fachkräfteentwicklung, nicht aber für „Verwaltung und Selbsterhalt“ – eingesetzt werden. Gerald Unterberger, ebenso Vorstandsmitglied, fordert Effizienzsteigerung, Digitalisierung und Abbau überflüssiger Strukturen angesichts steigender Abgabenlasten. „Die Stimmung in der Wirtschaft ist hochexplosiv. Wenn jetzt kein deutliches Umdenken erfolgt, droht ein massiver Vertrauensverlust in die Institution, die eigentlich die Stimme der Unternehmen sein sollte.
Bundespolitische Verantwortung
Die Tiroler Adler Runde sieht ebenso die Bundesregierung in der Verantwortung, Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort zu verbessern. Als zentrale Baustellen werden Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie, Steuerdruck und Innovationsstau genannt. Die Adler Runde bietet Zusammenarbeit an und versteht sich als Brückenbauer: Konkretes Handeln mit der Kammer, dem Land Tirol, der Bundesregierung und weiteren Stakeholdern werde angeboten und erwartet. „Wir haben mehrfach auf Missstände und Reformbedarf hingewiesen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es unausweichlich, jetzt aufs Tempo zu drücken. Die Zeit der Ankündigungen ist vorbei“, so Handl.
Der Adler-Vorstand kündigt an, den begonnenen Dialogprozess mit der Kammerführung in Tirol, dem Land Tirol und weiteren Partnern fortzusetzen. „Wir stehen bereit, konstruktiv mitzuwirken. Die Wirtschaft braucht eine Zukunftsperspektive – nicht Stillstand und politische Eigeninteressen“, so der Vorstand der Tiroler Adler Runde.