Am Montag fand zur Laura Privatstiftung von René Benko der erste offizielle Gerichtstermin in Innsbruck statt. Über 30 Gläubiger haben insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro an Forderungen angemeldet. Vorerst anerkannt wurden aber nur 32,7 Millionen — das ist weniger als 2 Prozent.
Das Ergebnis des ersten Termins klingt dramatisch, ist aber kein Zufall: Die Zeit seit der Insolvenzanmeldung war schlicht zu kurz, um alle Ansprüche zu prüfen.
Der eigentliche Brocken kommt noch: Den Löwenanteil der Forderungen stellen arabische Staatsfonds, allen voran Mubadala aus Abu Dhabi. Dem wurden von einem Schweizer Schiedsgericht bereits über 700 Millionen Euro zugesprochen — weil Signa Finanzierungsvereinbarungen gebrochen haben soll. Insgesamt könnten die anerkannten Forderungen am Ende auf rund 1,5 Milliarden Euro steigen. Ob diese Schiedssprüche in Österreich auch vollstreckt werden können, soll ein Gutachten in ein bis zwei Monaten klären.
Wie viel die Gläubiger davon tatsächlich zurückbekommen, ist völlig offen. Die Stiftung hält zwar Immobilien in Österreich, Deutschland und Italien — darunter prominente Objekte wie die Villa in Igls oder das Chalet in Lech — sowie Start-up-Beteiligungen und hunderte Tochterfirmen. Aber viele davon sind wertlos, andere mit Schulden belastet. Der Insolvenzverwalter muss das alles erst durchleuchten. Das werde, so sein eigenes Eingeständnis, noch Jahre dauern.