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Sporthandelskette Verkauft

Zukunft von Hervis ungewiss

Sporthandelskette Verkauft

Zukunft von Hervis ungewiss

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Der traditionsreiche Sporthändler Hervis wechselt nach mehr als 50 Jahren den Eigentümer und steht vor einem grundlegenden Umbau. Auch die zwölf Tiroler Standorte sind davon betroffen.

Erst Ende Dezember hat Hervis in Kirchberg einen neuen Store mit integriertem Skiverleih eröffnet und damit seine Präsenz in Tirol ausgebaut. Nur einen Monat später folgt die Zäsur: Nach einem halben Jahrhundert trennt sich die Spar-Gruppe von ihrer Sportartikelkette Hervis. 

Neue Eigentümer sind der deutsche Investor und Snipes-Gründer Sven Voth sowie Udo Schloemer, Gründer der Factory Berlin. Über den Kaufpreis wurde bislang nichts bekannt. Im Jahr 2024 erzielte Hervis einen Umsatz von rund 253 Millionen Euro. Gleichzeitig schrieb das Unternehmen tiefrote Zahlen: Der Verlust belief sich auf 43 Millionen Euro.

 

Laufender Betrieb übernommen

Mit dem Eigentümerwechsel gehen alle 134 Standorte in Österreich, Slowenien, Kroatien und Bayern sowie sämtliche MitarbeiterInnen an die neuen Besitzer über. Dazu zählen auch zwölf Filialen in Tirol. In Österreich beschäftigt Hervis aktuell rund 1.360 Menschen, nachdem bereits im Vorjahr ein Dutzend Standorte geschlossen worden waren. Einzelne Filialen könnten jedoch auch künftig auf den Prüfstand kommen.

Für KundInnen soll sich vorerst wenig ändern: Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, Bestellungen werden abgewickelt, Service- und Gewährleistungsfälle laufen wie bisher weiter.

 

Neue Ausrichtung

Die neuen Eigentümer kündigen zudem an, an der Marke festhalten zu wollen. Hervis soll stabilisiert und inhaltlich neu positioniert werden. Wie dieser Umbau konkret aussehen wird, soll in den kommenden Monaten geprüft werden.

Inhaltlich steht Hervis jedoch vor einem Wandel. Ziel sei es, stärker auf veränderte Bedürfnisse der KundInnen einzugehen, so die neuen Eigentümer. Klassische Sportarten hätten an Bedeutung verloren, während neue Formen von Bewegung und Sport zunehmend gefragt seien. Darauf wolle man reagieren – und damit ein neues Kapitel in der 50-jährigen Geschichte des Unternehmens aufschlagen.

Der neue Eigentümer Sven Voth gilt außerdem als Spezialist für Social-Media-Marketing. Mit Snipes gelang es ihm, ein eher jüngeres Publikum zu erreichen. Mit der Billigkette Higgins musste er aber auch eine herbe Pleite einstecken. 

26. Januar 2026 | AutorIn: Michaela Ehammer und Haris Kovacevic | Foto: Hervis

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