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Start ab Juli 2026

Neue Importsteuer soll Paketflut aus China eindämmen

2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete in die Europäische Union importiert.
Start ab Juli 2026

Neue Importsteuer soll Paketflut aus China eindämmen

2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete in die Europäische Union importiert.

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Die Europäische Union zieht Konsequenzen aus der rasant wachsenden Zahl von Onlinebestellungen aus Drittstaaten.

Ab dem 1. Juli 2026 wird auf kleine Paketsendungen mit einem Warenwert bis 150 Euro eine pauschale Importabgabe von drei Euro erhoben. Darauf verständigten sich die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel. Die Maßnahme gilt als Übergangslösung, bis eine umfassende Reform des EU-Zollsystems greift.

EU führt Drei-Euro-Abgabe auf Billigpakete ein

Nach Angaben des Rates der Europäischen Union betrifft die neue Abgabe rund 93 Prozent aller E-Commerce-Importe in die EU. Ziel ist es, den massiven Zustrom von Billigwaren, vor allem aus Asien, besser zu kontrollieren und Wettbewerbsnachteile für europäische Händler zu verringern.

Übergangslösung bis zur Abschaffung der 150-Euro-Freigrenze

Bereits im November hatten sich die Mitgliedstaaten darauf geeinigt, die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro vollständig abzuschaffen. Künftig sollen alle Warenimporte in die EU ab dem ersten Euro zollpflichtig sein. Die Umsetzung dieser Regelung verzögert sich jedoch aus technischen Gründen: Vorgesehen ist der Aufbau einer zentralen digitalen EU-Zollplattform, die frühestens 2028 einsatzbereit sein soll.

Bis dahin greift die nun beschlossene Drei-Euro-Abgabe. Sie gilt für alle Waren, die aus Nicht-EU-Staaten eingeführt werden und deren Verkäufer im Import One Stop Shop (IOSS) für Mehrwertsteuerzwecke registriert sind. Die EU-Kommission kündigte an, regelmäßig zu prüfen, ob die Regelung auch auf Händler ausgeweitet werden muss, die nicht am IOSS-System teilnehmen.

Milliarden Pakete – Mehrheit aus China

Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsdruck: 2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete in die Europäische Union importiert. 91 Prozent dieser Sendungen hatten einen Warenwert von unter 150 Euro. Der überwiegende Teil stammte aus China, getrieben von internationalen Onlineplattformen für Mode, Elektronik und Konsumgüter.

Aus Sicht der EU führt die bisherige Praxis der zollfreien Einfuhr zu erheblichen Problemen. Genannt werden unlauterer Wettbewerb, ein hohes Betrugsaufkommen, Mängel bei Produkt- und Verbrauchersicherheit sowie ökologische Belastungen durch Transport und Verpackung.

Signal an den globalen Onlinehandel

Mit der neuen Importabgabe will die EU nicht bis zur großen Zollreform warten. Der Beschluss folge der Zusage des Rates, bereits 2026 eine einfache und praktikable Lösung einzuführen, um die Paketflut einzudämmen. Auch wenn der Betrag von drei Euro moderat erscheint, setzt er ein politisches Signal an internationale Onlinehändler und Plattformen.

Ob die Abgabe das Bestellverhalten der Verbraucher spürbar verändert, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Zeit der steuerlichen Sonderbehandlung von Billigimporten in die Europäische Union neigt sich dem Ende zu.

13. Dezember 2025 | AutorIn: David Wintner | Foto: Shutterstock

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