Die Arbeitswelt verändert sich ständig und mit ihr entstehen neue Lehrberufe. Wir haben uns drei davon genauer angeschaut und bei Lehrlingen in Tirol nachgefragt, was ihnen an ihrer Ausbildung gefällt und warum sie sich dafür entschieden haben.
1. Brief- und Paketlogistik
- Lehrzeit: 3 Jahre seit 1. Juli 2025 in dieser Form möglich
- Lehrbetriebe: Betriebe, die Post- und Paketdienstleistungen anbieten

Brief- und Paketlogistiker:innen arbeiten bei der Post oder bei anderen Paketdiensten. Es gibt zwei Schwerpunkte: Distribution und Logistikzentren. Im Zustelldienst (Distribution) sortieren sie die tägliche Post und bringen die Postsendungen an die Empfänger:innen. In Logistikzentren nehmen sie Postsendungen von Großkunden an, sortieren Sendungen händisch oder mit Maschinen und bereiten sie für den Weitertransport vor.
Anzahl Lehrlinge in Tirol
Distribution
gesamt 10
männlich 7
weiblich 3
Anzahl Lehrlinge in Tirol
Logistikzentren
männlich 1
Nachgefragt bei …

Ibrahim Olgar, im 2. Lehrjahr für Brief- und Paketlogistik bei der Post in der Zustellbasis Landeck
Warum hast du dich für diesen Lehrberuf entschieden?
Durch einen Verwandten bei der Post habe ich einen positiven Eindruck vom Unternehmen bekommen. Ursprünglich wollte ich in einer Filiale arbeiten, aber dort war die Stelle bereits vergeben. Ein Freund hat mir von dieser Lehrstelle erzählt und mich überzeugt. Mir war wichtig, in einem Team zu arbeiten, in dem man sich gegenseitig hilft und gemeinsam etwas erreicht. Die ganze Logistik bei der Post finde ich total spannend. Da steckt viel dahinter und man lernt jeden Tag etwas Neues.
Was gefällt dir an dieser Lehre am meisten?
Das super Arbeitsumfeld. Mein Chef unterstützt mich und mit den Kolleg:innen macht die Zusammenarbeit echt Spaß. Außerdem bin ich viel in Bewegung, sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto, was die Arbeit abwechslungsreich macht. Besonders cool finde ich, dass ich auch Aufgaben am Computer erledigen darf. Diese Mischung aus Praxis und Büroarbeit macht die Lehre sehr interessant.
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der sich für diesen Lehrberuf interessiert?
Mein Rat: Nutze die Chance! Mit einer Lehre bei der Post hast du einen sicheren Arbeitsplatz und echte Perspektiven nach deiner Lehre. Die Arbeitszeiten sind echt angenehm und man ist oft schon früher fertig. Du arbeitest in einem super Team, in dem sich alle gegenseitig unterstützen, das macht den Alltag viel leichter. Das Gehalt passt und es gibt coole Extras wie Prämien und die Lehrlings-Akademie. Außerdem lernst du viele Leute kennen, was die Arbeit spannend und abwechslungsreich macht. Für mich war es die beste Entscheidung.

2. Bahnreise- und Mobilitätsservice
- Lehrzeit: 4 Jahre seit 1. Mai 2022 möglich
- Lehrbetriebe: Österreichische Bundesbahnen AG (ÖBB)

Die Lehre zur Fachkraft in Bahnreise- und Mobilitätsservice kann momentan bei den ÖBB gemacht werden. Gearbeitet wird dort im Kundenservice, an Ticketschaltern oder als Zugbegleitung in Personenzügen. Fachkräfte betreuen, beraten und informieren Kund:innen vor, während oder nach der Reise über Verkehrs- und Reiseleistungen. Zu den Aufgabenbereichen gehören außerdem das Verkaufen und Kontrollieren von Fahrkarten, das Auskunftgeben zu Fahrplänen und Ticketpreisen und das Planen und Erstellen von Reiserouten.
Anzahl Lehrlinge in Tirol
Bahnreise- und Mobilitätsservice
gesamt 10
männlich 8
weiblich 2
1 Lehrbetrieb in Tirol
Nachgefragt bei …

Ela Karakurt, im 2. Lehrjahr für Bahnreise- und Mobilitätsservice bei den ÖBB
Warum hast du dich für diesen Lehrberuf entschieden?
Weil ich gerne mit Menschen arbeite und mich Mobilität sowie der öffentliche Verkehr sehr interessieren. Mir war wichtig, einen Beruf zu finden, in dem man sich weiterentwickeln kann und wo vor allem Leistung und Persönlichkeit zählen. Diese Lehre bietet genau das. Sie gibt den Menschen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und sich neu zu orientieren.
Was gefällt dir an dieser Lehre am meisten?
Der abwechslungsreiche Arbeitsalltag: Kein Tag ist gleich, man trifft viele unterschiedliche Menschen und lernt ständig dazu – sowohl fachlich als auch persönlich. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man jemandem weiterhelfen kann und merkt, dass man einen positiven Beitrag leistet. Ein absoluter Pluspunkt: Neben der Ausbildung zur Reiseberaterin und Zugbegleiterin ist auch der Abschluss als Bürokauffrau inkludiert.
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der sich für diesen Lehrberuf interessiert?
Mein Rat an alle, die sich für diesen Lehrberuf interessieren – egal ob direkt nach der Schule oder als Quereinstieg: Habe keine Angst, neue Wege zu gehen. Jeder Mensch bringt etwas anderes mit und in einem Unternehmen wie den ÖBB gibt es für jeden Platz. Wer freundlich, hilfsbereit und gerne mit Menschen arbeitet, ist in diesem Beruf genau richtig.

3. Pflegefachassistenz
- Lehrzeit: 4 Jahre seit 1. September 2023
- Lehrbetriebe: Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Institutionen mobiler Dienste (Hauskrankenpflege), Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen

Pflegefachassistent:innen arbeiten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und in der mobilen Hauspflege. Sie stehen täglich in engem Kontakt mit ihren Patient:innen und unterstützen diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen sowie Ärzt:innen. Unter deren Anordnung und Aufsicht führen sie pflegerische, diagnostische und therapeutische Maßnahmen durch und beobachten laufend den Gesundheitszustand der Patient:innen. Sie erheben und dokumentieren pflegerelevante Daten und führen verschiedene standardisierte Pflegehandlungen, medizinische Routinekontrollen und Untersuchungen durch. Bei Notfällen setzen sie entsprechende Sofortmaßnahmen.
Anzahl Lehrlinge in Tirol
Pflegefachassistenz
gesamt 5
männlich 1
weiblich 4
8 Lehrbetriebe in Tirol
Nachgefragt bei …

Raphael Sonnweber und Celina Stocker,
jeweils im 2. Lehrjahr zum/zur Pflegefachassistent:in an der Privatklinik
Kettenbrücke in Innsbruck
Warum hast du dich für diesen Lehrberuf entschieden?
Raphael: Weil ich gerne mit Menschen arbeite und anderen helfen will. Es ist mir wichtig, etwas Sinnvolles zu machen und Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Außerdem interessiert mich die Medizin sehr.
Celina: Ich interessiere mich sehr für die Pflege und möchte Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es ist mir wichtig, Menschen dabei zu helfen, wieder ein möglichst normales Leben zu führen, sie zu unterstützen und zu betreuen. Man ist direkt in die Praxis eingebunden und erlebt einen spannenden und abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Mich motiviert der Gedanke, kranke Menschen gesund nach Hause gehen zu sehen.
Was gefällt dir an dieser Lehre am meisten?
Raphael: Dass ich jeden Tag etwas Neues lerne und viel praktische Erfahrung sammle. Kein Tag ist gleich wie der andere. Ich mag den Kontakt mit Patient:innen und finde es schön, wenn man jemandem helfen kann. Auch die Arbeit im Team gefällt mir sehr.
Celina: Die Arbeit mit Menschen, vor allem mit den Patient:innen, und die Zusammenarbeit im Team. Es ist ein schönes Gefühl, zu sehen, dass die eigene Arbeit einen Unterschied macht.
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der sich für diesen Lehrberuf interessiert?
Raphael: Geduldig, hilfsbereit, verantwortungsbewusst zu sein und gut mit Menschen umgehen zu können. Ich empfehle einen Schnuppertag, um den Beruf besser kennenzulernen und einschätzen zu können.
Celina: Einfühlsam, offen und verantwortungsbewusst zu sein. Man sollte sowohl körperlich als auch psychisch belastbar sein und gerne mit Menschen arbeiten. Es ist wichtig, echtes Interesse an der Pflege zu haben und bereit zu sein, Menschen zu unterstützen, zu helfen und zu betreuen.