Der österreichische Biermarkt durchlebt eine der schwierigsten Phasen seit Jahren.
Der Gesamtausstoß der heimischen Brauereien sank 2025 auf rund 9,25 Millionen Hektoliter – ein Minus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders hart traf es den Dosenbiermarkt.
Einwegpfand als Katalysator
Seit Anfang 2025 gilt in Österreich das Einwegpfand auf Dosen und andere Einwegverpackungen. Branchenvertreter berichten von starker Konsumentenunsicherheit, insbesondere in Regionen mit traditionell hoher Dosenbier-Nachfrage. Das Ergebnis: rund 25 Prozent weniger Dosenabsatz, der Gesamtabsatz im Inland ging um über sechs Prozent zurück. Hinzu kommt ein spürbarer Einkaufstourismus ins Ausland, der vor allem Grenzregionen betrifft.
Struktureller Konsumrückgang
Das Pfandsystem allein erklärt den Rückgang nicht vollständig. Österreicher trinken generell weniger Bier – getrieben von wachsendem Gesundheitsbewusstsein, demografischen Verschiebungen und hoher Sparneigung. Die Gastronomie als Absatzkanal für Fassbier verliert ebenfalls an Bedeutung, wenn auch etwas moderater als der Einzelhandel. Wachstum verzeichnet hingegen das alkoholfreie Segment, das klassische Sorten zunehmend unter Druck setzt.
Internationale Dimension
Der Trend ist nicht auf Österreich beschränkt: Auch in anderen europäischen Märkten sinkt der Bierkonsum. Große Konzerne wie Heineken reagieren bereits mit Restrukturierungen – ein Zeichen dafür, dass die Herausforderungen struktureller Natur sind.
Ausblick
Die Branche steht vor einem notwendigen Anpassungsprozess. Strategische Antworten könnten Investitionen in Wachstumssegmente wie alkoholfreie Produkte, eine stärkere Export- und Gastronomieorientierung sowie Effizienzgewinne in Produktion und Logistik sein. Eine nachhaltige Erholung hängt letztlich von der Anpassungsfähigkeit der Produzenten – und vom weiteren Konsumentenverhalten – ab.