Ab heute lebt Österreich auf Kosten kommender Generationen – ein Warnsignal für Umwelt, Wirtschaft und auch für Tirol.
Mit dem 2. April ist für Österreich im laufenden Jahr rein rechnerisch Schluss: Ab diesem Tag verbraucht das Land mehr natürliche Ressourcen, als die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Der sogenannte „Overshoot Day“ verschiebt sich damit zwar leicht nach hinten – 2025 lag er noch auf dem 29. März –, eine Trendwende ist jedoch nicht in Sicht.
Ressourcen als Kostenfaktor
Das hat längst nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen. Ein hoher Ressourcenverbrauch bedeutet steigende Kosten, wachsende Abhängigkeiten von Energie- und Rohstoffimporten sowie zunehmenden Druck auf zentrale Branchen. Auch für Tirol sind diese Entwicklungen spürbar – etwa im Tourismus, der auf eine intakte Natur angewiesen ist, ebenso in der Landwirtschaft und im Verkehrssektor.
Als möglicher Ausweg gilt der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: weniger Wegwerfprodukte, mehr Wiederverwendung, Reparatur und ein effizienterer Umgang mit vorhandenen Ressourcen.

Was die Zahlen verraten
Berechnet wird dieser Stichtag vom Global Footprint Network. Er zeigt, wann die sogenannte Biokapazität – also die Fähigkeit von Ökosystemen, Rohstoffe bereitzustellen und Emissionen aufzunehmen – erschöpft wäre, wenn alle Menschen so leben würden wie die Bevölkerung des Landes.
Österreich belegt im globalen Ranking den 16. Platz und gehört damit weiterhin zu den ressourcenintensiven Staaten. Während Katar den Spitzenplatz einnimmt – im Ölstaat war das Budget bereits am 4. Februar erschöpft – reicht es in Honduras rechnerisch bis zum 27. November. Global gesehen lag der Stichtag zuletzt am 24. Juli – auch das zeigt, wie weit Industrieländer über ihre Verhältnisse leben.
