Die Revo Hospitality Group – vormals HR Group und Europas größter White-Label-Hotelbetreiber – hat für rund 140 ihrer Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt.
Die Gruppe, die etwa 250 Hotels in 12 europäischen Ländern unter Marken wie Hilton, Accor, Wyndham und Hyatt betreibt, steht damit vor einer Restrukturierung. Direkt betroffen ist auch Innsbruck.
Insolvenzverfahren umfasst Hilton Garden Inn Innsbruck
Das Hilton Garden Inn Innsbruck zählt zu den rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich, die von der Insolvenz direkt erfasst sind. Laut Revo-Angaben läuft der Betrieb aller betroffenen Häuser uneingeschränkt weiter, Schließungen sind nicht geplant – inklusive Gehaltszahlungen, die für Januar bis März 2026 vorfinanziert werden sollen. Dennoch bleibt Unsicherheit über die mittelfristigen Perspektiven für Mitarbeiter, Eigentümer und Gäste.
Eigenverwaltung als Sanierungsweg
In der Eigenverwaltung behält die Geschäftsführung unter Aufsicht von Sachwaltern wie Dr. Gordon Geiser die Kontrolle und arbeitet einen Sanierungsplan aus. Ziel: Operativer Betrieb aufrechterhalten, Investoren anziehen und Strukturen straffen. Die 140 Verfahren bieten gute Chancen auf Fortführung ohne größere Störungen.
5.500 Arbeitsplätze in 125 Hotels unmittelbar betroffen
Die Insolvenz trifft rund 5.500 Mitarbeiter in den 125 Hotels in Deutschland und Österreich; insgesamt beschäftigt Revo etwa 8.300 Personen europaweit. In Österreich sind neben Innsbruck auch Hotels in Salzburg und Wien betroffen, was die Gruppe zu einem der größten Betreiber macht.
Ursachen: Expansion, Kostenexplosion und schwache Nachfrage
Revo nennt als Gründe eine aggressive Expansion – von 51 Hotels 2020 auf 250 heute –, steigende Lohn- und Energiekosten, inflationsbedingte Mieterhöhungen sowie enttäuschende Übernachtungszahlen und verfehlte Umsatzziele 2025. Als reiner Betreiber ohne eigene Immobilien leidet das Unternehmen unter der Brancheskonsolidierung, wo Eigentümer zunehmend selektiver werden.
Signal für Tirols Tourismuswirtschaft
Die Krise bei Revo ist ein Warnsignal für die Tiroler Hotellerie: Innsbruck als Kongress-, Business- und Freizeitstandort braucht stabile Betreiber. Steigende Kosten und unsichere Nachfrage machen selbst große Gruppen anfällig – die Sanierung wird zeigen, ob Investoren das Portfolio retten und lokale Strukturen sichern können.