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In Zahlen

Schwazer Silberbergwerk

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Schwazer Silberbergwerk

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Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Tirol. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die gut ausgebaute Infrastruktur. Deshalb wollen wir in der Rubrik „In Zahlen“ verschiedene touristische Einrichtungen und ihre wichtigsten Kennzahlen vorstellen. Diese Woche präsentieren wir: das Schwazer Silberbergwerk.

 

Das historische Silberbergwerk in Schwaz gilt als die „Mutter aller Bergwerke“ – schließlich stellte die geförderte Menge von 15,7 Tonnen rund 85 Prozent des weltweit produzierten Silbers dar.

 

Was macht das Bergwerk so besonders?

Bereits in der Bronzezeit wurde in Tirol Bergbau betrieben. Das Kupfer, das für die Herstellung von Bronze benötigt wird, wurde in Schwaz gewonnen. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zum Zentrum der europäischen Montanindustrie: Rund 85 Prozent des weltweit geförderten Silbers wurden dort gewonnen. Damit galt das Bergwerk als das größte und ertragreichste der Welt – und Schwaz erlebte um 1500 seine Blütezeit als größte Bergbaumetropole Europas. Mit 20.000 Einwohnern war es nach Wien sogar die zweitgrößte Ortschaft im habsburgischen Reich.

Tirol zählte zu den wohlhabendsten Regionen des Kontinents. Die großen Handelsfamilien, allen voran die Familie Fugger – ein schwäbisches Kaufmannsgeschlecht aus Augsburg – wurden so einflussreich, dass sie mit dem Schwazer Silber die Politik Europas und damit auch die Entdeckungen der neuen Welt diktierten. Das Vermögen der Familie Fugger wird heute übrigens auf rund 354 Milliarden Euro geschätzt – das macht sie zu einer der reichsten Familien der Geschichte.

 

Fakten

  • Erster Abbau:
    ein erster Bergbau wird in die Bronzezeit datiert – im Jahre 1491 erfolgte ein neuzeitlicher Bergbau

  • Blütezeit:
    um 1500 mit rund 15,7 Tonnen Brandsilber

  • Letzter Abbau:
    1999

  • Gewinnung:
    Silber, Kupfer und später auch Dolomit

  • Besonderheiten:
    rund 85 Prozent des weltweit produzierten Silbers stammte aus Schwaz

  • Größe unter Tage:
    insgesamt 254 Stollen und Schächte

  • Bergknappen:
    in der Blütezeit waren über 7.400 Bergknappen täglich beschäftigt

  • Temperatur im Bergwerk:
    konstante 12 Grad Celsius

  • Schutzpatron:
    Barbara und Daniel sind die Schutzheiligen der Bergleute

  • Vermögen der Familie Fugger:
    rund 354 Milliarden Euro – damit eine der reichsten Familien der Geschichte

 

  • Silberbergwerk-Schwaz-2FCShutterstock
  • Schwazer-Silberbergwerk-4FCShutterstock
  • Silberbergwerk-Schwaz-1FCShutterstock

Blick in die Geschichte

Seit 1990 ist das Schwazer Silberbergwerk als Besucherbergwerk zugänglich – und zählt seither zu einem beliebten Touristenziel in der Region. Die Grubenbahn bietet Platz für rund 40 Personen und fährt in rund acht Minuten durch den Sigmund-Erbstollen bis in 800 Meter Tiefe. Die 90-minütige Führung unter Tage gewährt nicht nur einen Einblick in das Leben der damaligen Bergknappen, sondern auch in die Geschichte Europas.

 

Eckdaten des Bergbaus

  • 1409 soll die Magd Gertraud Kandlerin beim Viehhüten in der Gegend von Schwaz beobachtet haben, wie ein Stier einen silberhältigen Stein mit seinen Hörnern aus dem grasigen Boden bloßlegte – so die Legende
  • 1426 entdeckte man im Westen von Schwaz eine alte Erzgrube
  • 1491 markierte den Beginn der Förderung von Silber und Kupfer
  • die 1523 geförderte Menge von 15,7 Tonnen Brandsilber stellte zu dieser Zeit 85 Prozent des weltweit geförderten Silbers dar
  • um 1550 war die Blütezeit der Augsburger Handelsgesellschaften zu Ende – religiöse Wirren zwischen katholischen und lutherischen Fürsten sowie der Krieg gegen Frankreich und die wachsende Einziehung der Bergknappen verwundeten den Bergbau
  • 1554 waren in den Schwazer Bergrevieren über 7.400 Bergknappen täglich beschäftigt
  • bis 1556 waren bis zu 600 Wasserknechte im Einsatz, die für die Trockenhaltung des Schachtvereins zuständig waren – später folgte eine Wasserhebemaschine
  • billiges Silber aus Amerika, vor allem aus dem bolivianischen Potosí, riefen eine Inflation des Silberpreises hervor
  • im 19. Jahrhundert war das Ende des eigentlichen Silber- und Kupferbergbaus
  • seit 1990 ist das Schwazer Silberbergwerk ein Besucherbergwerk, das sich im Sigmund-Erbstollen befindet – dieser Stollen ist Teil des damals ertragreichsten Bergreviers „Falkenstein“
  • 1999 endete nach einem Felssturz auch der Abbau von Dolomit – somit wurde der aktive Bergbau gänzlich eingestellt
25. September 2025 | AutorIn: Michaela Ehammer | Foto: Shutterstock (4)

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