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Von Reparatur bis Recycling

So funktioniert Kreislaufwirtschaft

Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist kaum kreislauffähig – die Idee der Kreislaufwirtschaft gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.
Von Reparatur bis Recycling

So funktioniert Kreislaufwirtschaft

Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist kaum kreislauffähig – die Idee der Kreislaufwirtschaft gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.

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Wie bleiben Produkte, Materialien und Ideen im Umlauf? top.tirol hat die wichtigsten Fakten und Hintergründe zur Kreislaufwirtschaft zusammengefasst – passend zur aktuellen Sonderausstellung im Audioversum.

Im Rahmen der Sonderausstellung „Um alles in der Welt“ im Audioversum wird heute in einer Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit Circular Hub Tirol und kreativland.tirol der Frage nachgegangen: „Wie schaffen wir eine Welt, in der Produkte, Materialien und Ideen im Kreislauf bleiben?“ Anlässlich dessen haben wir die wichtigsten Fakten und Hintergründe zur Kreislaufwirtschaft zusammengestellt.

Kreislaufwirtschaft – was steckt dahinter?

Statt dem altbekannten „Produzieren, Nutzen, Wegwerfen“-Prinzip folgt die Kreislaufwirtschaft einem anderen Ansatz: Produkte und Materialien sollen möglichst lange im Umlauf bleiben. Das bedeutet, sie werden repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt, anstatt im Abfall zu landen. Ziel ist es, den Lebenszyklus von Gütern zu verlängern und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Dabei kommen unter anderem erneuerbare Energien zum Einsatz, während Schadstoffe vermieden werden, die eine Wiederverwertung erschweren. Das Ziel ist klar: Ein Wirtschaftssystem, das nicht auf Verschleiß, sondern auf Regeneration ausgelegt ist.

Warum ist das so wichtig?

Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist kaum kreislauffähig – laut Daten von 2022 werden weltweit nur rund 8,6 Prozent aller eingesetzten Materialien wiederverwendet. Das heißt im Umkehrschluss: Mehr als 90 Prozent der Ressourcen, die verbraucht werden, landen letztlich im Müll.

Die Idee der Kreislaufwirtschaft gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung – auch in Österreich und auf europäischer Ebene. Sie gilt als zentraler Hebel, um Ressourcen effizienter zu nutzen, Innovationen in Unternehmen anzustoßen und den Klimawandel einzudämmen. Ohne den Übergang zu einer zirkulären Wirtschaftsweise sind zentrale Klimaziele – etwa die angestrebte Klimaneutralität der EU bis 2050 – kaum erreichbar.

Warum spielt das für Unternehmen eine Rolle?

Für Betriebe bietet die Kreislaufwirtschaft handfeste Vorteile. Wer Rohstoffe wiederverwendet und Abfälle reduziert, senkt nicht nur seine Entsorgungskosten, sondern macht sich auch unabhängiger von volatilen Märkten und Lieferengpässen.

Ein geschlossener Materialkreislauf stärkt zudem die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die ressourcenschonend und zukunftsorientiert produzieren, erfüllen nicht nur steigende Nachhaltigkeitsanforderungen, sondern positionieren sich auch als verantwortungsbewusste Akteure in einer sich wandelnden Wirtschaft.

Praxis: Wie Kreislaufwirtschaft gelingen kann

Zirkuläres Wirtschaften beginnt beim Umdenken – in der Produktentwicklung ebenso wie im Konsumverhalten. Qualität bedeutet künftig nicht nur, dass etwas lange hält, sondern auch, dass es am Ende seines Lebenszyklus sinnvoll weiterverwendet werden kann.

    • Rethink, Reinvent, Redesign:
      Produkte sollten von Anfang an so gestaltet sein, dass sie nach Gebrauch problemlos in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt oder erneut genutzt werden können. Dieses Prinzip folgt dem Cradle-to-Cradle-Gedanken – also der Idee, dass jedes Material Ausgangspunkt für etwas Neues wird.
    • Refuse, Reduce:
      Der wichtigste Schritt ist das Vermeiden. Bevor etwas beschafft oder hergestellt wird, sollte die Frage stehen: „Brauchen wir das wirklich?“ Nur was tatsächlich notwendig ist, sollte in Umlauf gebracht werden.
    • Reuse, Repair:
      Wo immer möglich, gilt: Bestehendes nutzen statt Neues kaufen. Durch Wiederverwendung, Aufbereitung und Reparatur lassen sich Ressourcen schonen und die Lebensdauer von Produkten deutlich verlängern.
    • Repurpose, Recycle:
      Erst wenn ein Produkt oder seine Bestandteile weder repariert noch anderweitig verwendet werden können, kommt Recycling ins Spiel. Dabei werden Materialien wiederaufbereitet oder für neue Zwecke eingesetzt – anstatt endgültig entsorgt zu werden.

 

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Podiumsdiskussion: Kreislaufwirtschaft – um alles in der Welt

Das Audioversum lädt am Mittwoch, den 15. Oktober um 18:00 Uhr zur Podiumsdiskussion ein. Die ExpertInnen Ingeborg Freudenthaler (Entsorgung Freudenthaler), Christian Wolf (Rolf Spectacles) und Christian Dummer (Netzwerk Handwerk) widmen sich dabei der Frage: „Wie gestalten wir eine Welt, in der Produkte, Materialien und Ideen im Kreislauf bleiben? Und was braucht es, um diesen Wandel in Bewegung zu bringen?“

15. Oktober 2025 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: Shutterstock

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