Zum Jahresauftakt präsentiert die Wirtschaftskammer Tirol ihr aktuelles Konjunkturbarometer. Präsidentin Barbara Thaler und Stefan Garbislander, Leiter für Wirtschaftspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit, ordnen die Zahlen ein, ziehen Bilanz und geben einen Ausblick auf 2026.
Drei zentrale Entwicklungen im Überblick:
#1 Mehr Zuversicht
Nach einem verhaltenen Vorjahr hat sich die wirtschaftliche Stimmung in Tirol im Winter 2025/26 deutlich aufgehellt. Der Geschäftsklimawert stieg von minus 13 auf 22 Punkte. Besonders stark zeigt sich der Tourismus, der trotz hoher Preise von einer robusten Nachfrage im gehobenen Segment profitiert. Auch die Industrie blickt wieder zuversichtlicher nach vorn und erreicht nach minus 36 nun 21 Punkte. Erste positive Signale kommen zudem aus dem Handel, was auf eine langsame Erholung des privaten Konsums hindeutet. Unter Druck bleiben hingegen Gewerbe, Verkehr und Bauwirtschaft.
#2 Zurückhaltende Investitionslust
Eine strukturelle Schwäche zeigt sich bei der heimischen Investitionstätigkeit. Rund 20 Prozent der befragten Leitbetriebe planen in den kommenden sechs Monaten Investitionen – zwar mehr als im Vorjahr, aber deutlich unter früheren Niveaus. Dabei wären Investitionen gerade angesichts der Digitalisierung und der Energiewende ein wichtiger Wachstumstreiber. Entscheidend wären vor allem Erweiterungsinvestitionen – jedoch handelt es sich bei den geplanten Ausgaben überwiegend um Ersatzinvestitionen.
#3 Vorsichtiger Wachstumsausblick
Insgesamt hat sich die Stimmung für 2026 im Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessert. Der Anteil der Pessimisten sinkt von über 40 auf rund 25 Prozent, während die Optimistenquote auf 17 Prozent steigt – der höchste Wert seit Beginn der Energiekrise. Bleibt das geopolitische Umfeld stabil, rechnet die WK Tirol für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.