Die Tiroler Reisebüros luden heute zur Pressekonferenz. Es wurde über veränderte Nachfrage, neue Reisetrends und wachsende Reiselust berichtet – über Zahlen, Daten und Fakten leider nicht.
„Prinzipiell kann man sagen, es geht aufwärts“, so Nina Haberl, Obfrau der Tiroler Reisebüros. Die Branche verzeichne derzeit jährliche Zuwächse. Das Verhalten der KundInnen habe sich leicht verändert – zugunsten der Reisebüros. Die Reiselust der TirolerInnen sei jedenfalls ungebrochen: Auch 2026 wollen sie unterwegs sein und geben im Schnitt rund 2.500 Euro pro Person und Jahr für ihren Urlaub aus. Damit liegt Tirol österreichweit an der Spitze.
Destinationen
Bei den Reisezielen zeige sich ein vertrautes Bild. Nach wie vor zieht es viele klassisch nach Italien oder Kroatien – meist mit dem eigenen Auto, teils auch mit dem Zug. Auf der Mittelstrecke liegen Griechenland und Spanien vorne, während die Türkei zuletzt wieder an Bedeutung gewonnen hat. In der Fernreise rücken die Malediven stärker in den Fokus, neben Dauerbrennern wie Thailand und anderen Zielen in Asien. Auch Afrikas Natur sowie Japan erfreuen sich weiterhin wachsender Beliebtheit. „Reisen mit echten Erlebnissen sind gefragt, ebenso Kultur“, so Haberl. Zudem bleibt Urlaub im eigenen Land ein Thema, insbesondere Wellnessaufenthalte in Tirol oder Österreich.
Sicherheit
Auch die persönliche Beratung gewinnt wieder an Bedeutung, der Faktor Mensch werde wieder geschätzt. Ein Grund dafür sei laut Haberl das Überangebot im Internet, das oft eher überfordert als hilft. Hinzu kommen rechtliche Vorteile wie die EU-weite Pauschalreiserichtlinie und die Kundengeldabsicherung. Dabei sind es längst nicht nur Best-Ager: Auch jüngere, gut informierte Reisende ziehen persönliche Beratung und fachliche Expertise zunehmend den Online-Algorithmen vor. Selbst Beratungsgebühren – derzeit im Schnitt rund 35 Euro pro Person – werden akzeptiert, gerade in Zeiten von Unsicherheit und mangelnder Transparenz.
Japan steht als Reiseziel weiterhin hoch im Kurs.
Die Malediven sind heuer eine gefragte Urlaubsdestination.
Beim sogenannten Set-Jetting reisen Urlauber gezielt an Orte, die als Drehplätze bekannter Filme und Serien bekannt wurden.
Ein aktuelles Set-Jetting-Ziel ist Yorkshire, wo unter anderem „Sturmhöhe“ und „Downton Abbey: Das große Finale“ gedreht wurden.
Fans des Fantasy-Epos „Avatar 3: Fire & Ash“ zieht es beim Set-Jetting nach Neuseeland.
Reisetrends
Ob Set-Jetting, Book-Tripping oder Food-Tourism: Gefragt sind Erlebnisse. Serien und Filme, Bücher oder die Küche fremder Länder geben dabei häufig den Ausschlag für die Wahl des nächsten Reiseziels. Gleichzeitig erlebt auch der gute alte All-Inclusive-Urlaub ein Combeback – allerdings in modernerer Form und nicht mehr nur in Clubs und großen Hotelanlagen. Ausschlaggebend ist dafür vor allem eins: die Preissicherheit.
Buchungsverhalten
Beliebt bleiben auch Frühbucherrabatte und Last-Minute-Angebote. Aktuell zeigt sich in den heimischen Reisebüros jedoch eine Verschiebung hin zu früheren Buchungen. Der Dezember brachte laut Haberl ein besonders starkes Ergebnis, auch wenn sie dazu keine konkreten Zahlen nennen konnte.
Tiroler Reisebüros in Zahlen:
- im Jahr 2024 waren tirolweit 1.126 Menschen unselbstständig in Reisebüros beschäftigt
- im Jahr 2024 waren österreichweit 158 Lehrlinge im Reisebüro aktiv
- die Fachgruppe Reisebüro zählt derzeit rund 340 Listungen hierzulande – nach Wien ist Tirol damit das stärkste Bundesland
Zur Person:

Nina Haberl ist geschäftsführende Gesellschafterin von Haberls Tours in Igls. Seit April 2025 fungiert sie als Fachgruppenobfrau der Wirtschaftskammer Tirol für die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.
