Mit dem Schulbeginn steigt auch in Tirol die Einkaufslaune: Schreibwaren, Schultaschen und neue Outfits füllen wieder die Einkaufslisten. Für Handel und Familien ist der September damit sowohl in emotionaler als auch finanzieller Hinsicht ein Fixpunkt im Kalender.
Laut aktuellem Consumer Check von Handelsverband und Reppublika Research plant jede zweite Familie in Österreich ein gewisses Budget für den Schulstart ein. Im Schnitt belaufen sich diese Ausgaben heuer auf 126 Euro pro Kind. Das ist insgesamt zwar um ein Viertel mehr als im Vorjahr, Tirol verzeichnet dabei allerdings sogar einen Rückgang.
Tirol im Ländervergleich
Im direkten Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt sich, dass Tirol heuer nicht mehr zur Ausgabenspitze zählt, wie das noch zuletzt mit Ausgaben von 157 Euro pro Kopf der Fall war. Während Wien, Kärnten und die Steiermark mit jeweils 131 Euro pro Kopf vorne liegen, bewegt sich Tirol nahe am österreichischen Durchschnitt von 126 Euro. Am unteren Ende des Rankings finden sich einzig Niederösterreich und das Burgenland mit jeweils 116 Euro. Der Gürtel wird hierzulande also sichtlich enger geschnallt.
Praktische Anschaffungen überwiegen
Im Warenkorb finden sich dieses Jahr an erster Stelle Schreibwaren (44 Prozent), gefolgt von Heften und Blöcken (32 Prozent) sowie Bastelmaterial und Kleidung (je 30 Prozent). Auch Schultüten und Süßigkeiten sind weiterhin gefragt, jedoch deutlich weniger als in den Vorjahren. Tablets, Laptops und andere Elektrogeräte spielen mit rund 10 Prozent eine kleinere, aber wachsende Rolle.
Stationärer Handel klar vor Online-Shopping
Von den 126 Euro pro Kopf entfällt der Löwenanteil auf den stationären Handel: Durchschnittlich werden 80 Euro vor Ort ausgegeben. Online liegt der Wert bei vergleichsweise bescheidenen 46 Euro. Damit bleibt Tirol, wo regionale Nahversorgung traditionell eine große Rolle spielt, dem Einkauf „ums Eck“ treu. Wenn in Tirol online bestellt wird, betrifft das hauptsächlich Bastelbedarf und Schultaschen.
Handel setzt auf Mehrwert
In Tirol profitieren neben dem Diskonter besonders die regionalen Papier- und Buchhandlungen, die nach wie vor die erste Anlaufstelle für Familien darstellen. Gleichzeitig professionalisieren viele Tiroler Händler aber ihre Online-Angebote, um den Eltern einen bestmöglichen Service zu bieten: Beratung und Serviceleistungen vor Ort bleiben ein entscheidendes Kaufargument, während Click-&-Collect-Modelle ergänzend genutzt werden.
Preise bei ewigen Bestsellern
Trotz steigender Inflation gibt es für Eltern auch gute Nachrichten: Viele Produkte sind im Vergleich zum Vorjahr um einiges günstiger geworden. Lunchboxen etwa kosten um rund 20 Prozent weniger, Schultaschen um 17 Prozent, Tintenroller um 16 Prozent. Sogar die Preise für Schulbücher und Lernhilfen sind um 15 Prozent gesunken. Dem gängigen Vorurteil zum Trotz kosten zudem Produkte für LinkshänderInnen (z.B. Füllfedern, Spitzer, Scheren) nicht mehr, sondern sind laut einem Preisvergleich auf idealo.at mitunter sogar billiger.
Fazit
Für den heimischen Handel bleibt der Schulstart ein wichtiger Umsatztreiber: Rund 280 Millionen Euro werden österreichweit erwartet. Tirols Familien geben dabei heuer allerdings deutlich weniger aus als noch in den letzten beiden Jahren. Tirol spart und setzt damit zu Schulbeginn ein wirtschaftliches Signal zwischen Kostenbremse und Konsumfreude.