Das Tiroler Unternehmen Travel Partner blickt auf vier Jahrzehnte Firmengeschichte zurück – und stellt seine Weichen dabei zunehmend auf digitale Transformation.
Seit seiner Gründung im Jahr 1985 in Ellmau hat sich Travel Partner von einer Zweimannfirma zur größten konzernunabhängigen Incoming-Agentur Österreichs entwickelt. „Seitdem ist in der Tourismusbranche viel passiert“, so der gebürtige Niederländer Ronald Hulsebosch, Mitgründer und Gesellschafter von Travel Partner. Nicht zuletzt haben Online-Plattformen wie Booking die Rolle klassischer Incoming-Agenturen stark verändert. „Es war eine spannende Reise und wir haben immer geschaut, wie wir uns bestmöglich anpassen können.“ Heute ist Travel Partner im gesamten zentraleuropäischen Raum aktiv, betreut jährlich über 220.000 Gäste und beschäftigt rund 85 Mitarbeitende an den Standorten Ellmau, Schwaz, Wien und Rosenheim – und ist ab 1. November 2025 mit Aargau erstmals auch in der Schweiz vertreten.
Technologie als Wachstumstreiber
Für das laufende Jahr prognostiziert Travel Partner ein Umsatzplus von 40 Prozent auf rund 60 Millionen Euro, verglichen mit 2024. Auch für 2026 zeichnet sich laut aktueller Buchungslage bereits weiteres Wachstum ab – das vor allem der technologischen Transformation zu verdanken sei, der sich Travel Partner in den letzten fünf Jahren unterzogen hat. „Wir sind jetzt zu 90 Prozent digital aufgestellt“, sagt CEO Michael Poot. „Das moderne System ermöglicht unseren Hotelpartnern heute Zugang zu einem sehr effizienten internationalen Vertrieb.“
Von Online über TV- bis hin zu Supermarkt-Plattformen lassen sich Hotelangebote damit mit über 500 internationalen Reiseveranstaltern verknüpfen – sowohl im Individual- als auch im Gruppengeschäft. Für die Hotellerie bedeute das mehr Reichweite und weniger Verwaltungsaufwand. Und für Travel Partner eine starke Positionierung im Tourismussektor. „Um heute am Markt Bestand zu haben, braucht es eine gute Technologie und ein starkes Vertriebsnetzwerk.“
Sommerbilanz und Wintervorschau
Während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt und derzeit bei dreieinhalb Nächten liegt, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach höherwertigen Unterkünften und Pauschalen. „Wir sehen, dass besonders im Sommer All-Inclusive-Angebote immer beliebter werden, weil sie eine klare Kalkulation des Urlaubsbudgets ermöglichen.“ Beliebt bleibt auch der Winterurlaub, wie die bisherigen Buchungen bei Travel Partner für die kommende Wintersaison 2025/26 belegen. Dennoch verändern sich laut Poot die Saisonzeiten – und das nicht zwingend allein aufgrund klimatischer Entwicklungen. „Die Nachfrage ab März geht spürbar zurück – und setzt den Frühlingsskilauf damit vermehrt unter Druck.“
Daneben hat sich auch das Buchungsverhalten gewandelt. Tirol sei zwar weiterhin eine beliebte Sommerdestination – meist jedoch als Ziel für Zweit- oder Dritturlaube. Gleichzeitig würden viele Gäste ihre Reiseentscheidungen heute früher treffen, um sich neben dem Wunschhotel auch Frühbucherrabatte zu sichern. „Wer als Hotelier:in zu spät und ohne breit aufgestellte Vertriebspräsenz mit seinen Angeboten auf den Markt kommt, verliert nicht nur wertvolle Buchungen“, erklärt Poot. „Die Gäste buchen stattdessen bei jenen Häusern, die frühzeitig präsent und leicht auffindbar sind“.