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Lehrlingslücke

Tirol trotzt Bundestrend

Im Bundesvergleich bleibt Tirol ein Sonderfall am Lehrstellenmarkt.
Lehrlingslücke

Tirol trotzt Bundestrend

Im Bundesvergleich bleibt Tirol ein Sonderfall am Lehrstellenmarkt.

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Die kürzlich veröffentlichten Zahlen zeichnen ein angespanntes Bild: Bundesweit gibt es deutlich mehr Lehrstellensuchende und Jugendliche in Schulungen als offene Lehrstellen. In Tirol ist das Gegenteil der Fall. Warum?

Laut Lehrlingsmonitor von Arbeiterkammer und Österreichischem Gewerkschaftsbund hat sich das Verhältnis von offenen Lehrstellen zu Lehrstellensuchenden österreichweit verschlechtert. Ende Jänner letzten Jahres kamen auf eine Lehrstelle 2,1 Suchende, Ende Jänner 2026 sogar 3,1. Besonders angespannt sei die Situation in Wien, gänzlich anders aber in Tirol.

 

Sonderfall Tirol

„Tirol bleibt ein Sonderfall am österreichischen Lehrstellenmarkt: Wir haben deutlich mehr offene Lehrstellen als suchende Jugendliche“, bestätigt auch Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol. Das AMS spricht von einem Anstieg der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um 11,1 Prozent auf 1.169. Gleichzeitig hätte auch die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden um 5,7 Prozent auf 465 zugenommen. Dabei verweist Platzer-Werlberger auch auf den demografisch bedingten Rückgang an Lehrlingen, was den Fachkräfteengpass zusätzlich verstärke. Was sich zudem zeigt: Die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr ist um 7,1 Prozent gesunken. Ebenso wie die Anzahl der Lehrbetriebe (-3,7 Prozent), besonders im Handel (-10,9 Prozent).

 

„Tirol bleibt ein Sonderfall am österreichischen Lehrstellenmarkt.“

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

 

 

AK ist vorsichtig optimistisch

Auch Peter Schumacher, Leiter der Jugendabteilung der Arbeiterkammer Tirol, bestätigt Tirol als positiven Ausreißer im Bundesvergleich. Er spricht von aktuell 947 Suchenden, die 1.097 offenen Stellen gegenüberstehen. Auch der Anteil an überbetrieblichen Ausbildungen, eine vom AMS finanzierte Alternative zur regulären Lehre, sei im Bundesländervergleich niedrig und liege bei lediglich 0,8 Prozent.

Gleichzeitig relativiert Schumacher die positiven Zahlen: „Ungeachtet dessen dürfen diese auf den ersten Blick erfreulichen Tiroler Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch bei uns Probleme gibt.“ So sei etwa in kaufmännisch-administrativen Berufen die Nachfrage größer als das Angebot, während es im Tourismus und in vielen Handwerksberufen mehr offene Stellen als Bewerber gebe. Hinzu komme die geografische Lage Tirols, die die räumliche Flexibilität einschränke.

 

„Ungeachtet dessen dürfen diese auf den ersten Blick erfreulichen Tiroler Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch bei uns Probleme gibt.“

Peter Schumacher, Leiter Jugendabteilung Arbeiterkammer Tirol

 

Positiv hebt die AK Tirol die Rolle der dualen Ausbildung hervor. Lobend werden die erfolgreiche Einführung der Pflegelehre sowie die künftige Realisierung einer Berufsschule für Zahnärztliche Fachassistenz in Innsbruck hervorgehoben, wo rund 100 neue Tiroler Lehrlinge erwartet werden.

 

WK sieht nach wie vor Top-Chancen

David Narr, Fachkräftekoordinator der Wirtschaftskammer Tirol, unterstreicht den bundesweiten Überhang von Lehrstellensuchenden im Verhältnis zu den als offenen gemeldeten Lehrstellen, sieht diesen aber vor allem in Wien angesiedelt. In Tirol hingegen gebe es „seit vielen Jahren einen deutlichen Überhang an offenen Lehrstellen“.

Die Gründe für den bundesweiten Rückgang an offenen Lehrstellen seien vielschichtig: Kleinere Betriebe hätten aus Mangel an geeigneten BewerberInnen teilweise resigniert, bei großen Industriebetrieben habe die Konjunktur zu geringeren Aufnahmen geführt. Dennoch bekräftigt David Narr: „Die Chancen für junge Menschen auf eine interessante Lehrstelle sind nach wie vor top. Vielleicht nicht gerade im eigenen Wohnort und vielleicht nicht gerade in einer Branche, die nur wenige Lehrlinge ausbildet. Aber in sehr vielen Branchen gibt es nach wie vor tolle Lehrstellen." Gemeint sind damit unter anderem der Tourismus und der Handel.

 

„Die Chancen für junge Menschen auf eine interessante Lehrstelle sind nach wie vor top."

David Narr, Fachkräftekoordinator Wirtschaftskammer Tirol

 

Mittels Berufsinformation, Potenzialanalysen, Ausbildungsberatern, Online-Service und Förderprojekten sei die Wirtschaftskammer Tirol ständig bemüht sowohl Lehrbetriebe als auch Lehrlinge zu unterstützen.

07. März 2026 | AutorIn: Markus Wechner | Foto: shutterstock

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