Die Inflation in Österreich ist im Juli 2025 auf 3,3 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Mai 2024. Lebensmittel, Energie und Treibstoffe belasten das Haushaltsbudget erheblich, während die Inflationsrate in der Eurozone deutlich niedriger ist.
Seit Oktober 2024 verteuerten sich zahlreiche Lebensmittel in Österreich überdurchschnittlich stark. Die Knappheit an schlachtreifen Tieren ließ etwa die Rindfleischpreise um rund 15 Prozent steigen. Kaffee ist um ganze 27 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Auch die Obstpreise zogen an, wobei Äpfel mit 22 Prozent Teuerung an der Spitze liegen. Daneben muss man für Schokolade, Apfelsaft, Orangensaft und Milchprodukte tiefer in die Tasche greifen.

Genussmittel Alkohol und Tabak
Neben Lebensmitteln sind unter anderem alkoholische Getränke und Tabakwaren von den teils enormen Preissteigerungen betroffen. Ihre Kosten haben sich seit Jahresanfang um 0,5 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent erhöht. Diese Produktgruppen schlagen sich in der aktuellen Inflationsrate spürbar nieder, da sie für viele Haushalte regelmäßig auf der Einkaufsliste stehen. Ihr Preisanstieg verstärkt den Druck insbesondere auf einkommensschwächere Haushalte.
Spritpreise: Öl günstiger, aber nicht an der Zapfsäule
Obwohl der Ölpreis seit Jahresbeginn deutlich gesunken ist, profitieren KonsumentInnen kaum davon. Die Raffinerien haben die günstigen Rohölpreise bisher kaum weitergegeben. Nach Berechnungen müssten Diesel- und Benzinpreise aktuell um rund acht Cent pro Liter günstiger sein. Die Preisstabilität an der Zapfsäule verärgert daher viele AutofahrerInnen gerade in einem Bundesland wie Tirol, das ein hohes Pendleraufkommen aufweist.
Energiepreise: CO₂-Preis und Netzentgelte steigen
Zusätzliche Belastung kommt aus dem Energiebereich. Seit Jahresbeginn wurde der CO2-Preis von 45 auf 55 Euro pro Tonne angehoben. Gleichzeitig stiegen auch die Netzentgelte. Diese Maßnahmen verteuern sowohl Heizen als auch Strombezug und dämpfen die Wirkung rückläufiger Weltmarktpreise. Prognosen zufolge wird die 2024 ausgelaufene Strompreisbremse die Teuerung in Österreich bis zum Ende des Jahres um etwa 0,7 Prozentpunkte antreiben.

Nur langsame Entspannung in Sicht
Laut der neuen Mittelfristprognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) wird sich die Inflation in Österreich im Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2029 bei 2,3 Prozent einpendeln. Für 2025 rechnet das IHS mit einem Rückgang der Inflation auf 2,9 Prozent. Damit liegt die Teuerung mittelfristig noch immer über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Gleichzeitig wird das reale Wirtschaftswachstum in Österreich mit durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr hinter dem Euroraum-Durchschnitt zurückbleiben.
Ländervergleich: Österreich verliert an Wettbewerbsfähigkeit
Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern liegt Österreich mit seiner Inflationsrate von 3,3 Prozent klar über dem Durchschnitt. In Deutschland beträgt die Inflation im Juli 2025 nur 2,0 Prozent, in Italien 1,8 Prozent und in Frankreich gar nur 0,9 Prozent. Der Euroraum insgesamt liegt ebenfalls bei 2,0 Prozent.

Besonders der Vergleich mit Deutschland verärgert hierzulande viele KonsumentInnen. Für idente Markenlebensmittel muss man bei uns im Schnitt rund 27 Prozent mehr als in Deutschland ausgeben. Nur als Beispiel: Eine Packung Cremissimo Speiseeis (825 ml) kostet in Österreich 5,99 Euro, in Deutschland nur 2,89 Euro. Das bedeutet ein Plus von über 107 Prozent. Auch Produkte wie Lorenz Crunchips, Maggi Fix Spaghetti oder Wagner Pizza Piccolinis weisen Preisaufschläge von mehr als 50 Prozent auf. Diese Unterschiede lassen sich nicht allein durch die Umsatzsteuer erklären.