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MINT-Fächer

Tirol zeigt sich fit für die Zukunft

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Von der Spürnasenecke bis zur Robotik: Tirol zählt österreichweit zu den Vorreitern bei der flächendeckenden Umsetzung von MINT-Initiativen in allen Bezirken. Welche Chancen diese Bildungsstrategie eröffnet und was sie bewirkt, haben wir mit Elisabeth Lukasser-Vogl vom Verein „klasse!forschung“ besprochen.

Frau Lukasser-Vogl, was bedeutet es für Tirol, österreichweit das erste MINT-Bundesland zu sein?

Das Land Tirol wird flächendeckend mit sogenannten MINT-Laboren und/oder mobiler MINT-Infrastruktur ausgestattet. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung moderner und praxisorientierter MINT-Bildungsangebote gesetzt. Kindergärten und Schulen im ganzen Land erhalten die Möglichkeit, naturwissenschaftliche und technische Inhalte spannend und zeitgemäß zu vermitteln. Ziel ist es, sowohl bei SchülerInnen als auch bei den PädagogIinnen Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu wecken. Alle Kinder und Jugendlichen sollen die Chance erhalten, ihre individuellen Talente im MINT-Bereich zu entdecken und entsprechend gefördert zu werden.

Damit soll der Grundstein für persönliche MINT-Bildungswege gelegt, und das volle Potenzial zukünftiger Fachkräfte für Tirol ausgeschöpft und nachhaltig gestärkt werden. Ein hochwertiger MINT-Unterricht leistet darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft, indem er junge Menschen befähigt wissenschaftliche Informationen kritisch zu hinterfragen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Selbstwirksamkeit in Bezug auf die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.

Welche Möglichkeiten und Ressourcen stehen dafür bereits zur Verfügung?

In allen Tiroler Bezirken stehen MINT-Labs oder mobile MINT-Materialien für einen modernen und praxisorientierten Unterricht zur Verfügung, der insbesondere auch das Peer-Learning (ein pädagogisches Konzept, bei dem Lernende voneinander lernen) und MINT- Bildungsübergänge fördert.

Das Aus- und Fortbildungsprogramm für PädagogInnen an der Pädagogischen Hochschule Tirol und an den Ausbildungseinrichtungen für die Elementarpädagogik wurde in Bezug auf die MINT-Thematik ausgebaut. Im Bereich der Elementarpädagogik wurde auch hier in hochwertige MINT-Infrastruktur (sogenannte Spürnasenecken) investiert, so dass zukünftig alle Auszubildenden in Tirol mit dieser Infrastruktur arbeiten und das Erlernte direkt in die Bildungsarbeit in den Kindergärten integrieren. Damit dieser Transfer auch gelingt wird gerade in jedem Bezirk Tirols zumindest eine Spürnasenecke verortet.

Eine Förderschiene „Tiroler MINT-Schecks“ zur finanziellen Unterstützung von MINT-Projekten in Kindergärten, Schulen und Horten wurde entwickelt, und im Rahmen von zwei Ausschreibungen bisher 314 MINT-Projekte gefördert – und damit 12.000 Kinder erreicht. Zudem wurde eine digitale MINT-Plattform aufgebaut, die alle MINT-Angebote in Tirol bündelt und für die jeweiligen Zielgruppen und Ansprüche übersichtlich darstellt. Schulen und Kindergärten, wie auch Tiroler Regionen werden in der Beantragung von entsprechenden MINT-Gütesiegeln und MINT-Qualitätslabels begleitet, mit dem Ergebnis von derzeit vier zertifizierten Tiroler MINT-Regionen (Tirol liegt damit im österreichischen Spitzenfeld) und insgesamt derzeit 62 mit MINT-Gütesiegel ausgezeichneten Bildungseinrichtungen.

Eine MINT-Koordinationsstelle koordiniert landesweit alle Aktivitäten, vernetzt und betreut Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und regionale Initiativen – von der Elementarpädagogik bis zum lebenslangen Lernen.

Welche Maßnahmen sollen mit dem Budget von rund 1,3 Millionen Euro künftig gefördert werden?

Mit dem Budget wird die MINT-Koordinationsstelle weiter finanziert, die sich, neben dem bisherigen Fokus der MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche, in den nächsten zwei Jahren auch verstärkt der MINT-Erwachsenenbildung widmen wird.

Zudem werden folgende MINT-Maßnahmen finanziert: Die Weiterführung der Förderschiene „Tiroler MINT-Schecks“ für Kindergärten, Schulen und Horte, sowie der weitere Ausbau an MINT-Infrastruktur in allen Bezirken. Dazu zählen stationäre MINT-Labs und mobile MINT-Infrastruktur für Schulen, sowie Experimentier-Infrastruktur für Kindergärten und Kinderkrippen. Zudem sollen weitere Stellen für MINT-Coaches finanziert werden, die diese Infrastruktur betreuen und die Bildungseinrichtungen in ihrer MINT-Bildungsarbeit unterstützen. 

Gibt es in Tirol auch spezielle Programme zur Förderung von Mädchen bzw. Frauen in MINT-Berufen?

Ein „MINToring-Programm“ zur speziellen Förderung und Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Berufen wird gerade aufgebaut. Wir holen erfolgreiche Frauen aus unterschiedlichen MINT-Bereichen vor den Vorhang, die als weibliche „Role-Models“ junge Frauen in ihrer MINT-Karriere-Entwicklung unterstützen. 

Das Projekt „Science is MIN(T)E“ bietet ein kostenloses MINT-Programm mit begleitender Berufsorientierung und Mentoring speziell für Mädchen. Thematische MINT-Schwerpunkte werden gesetzt, die besonders Mädchen ansprechen und motivieren.

Eine enge Zusammenarbeit besteht zudem mit der MINTality Stiftung. Gemeinsam mit dieser werden hier bewusstseinsbildende Maßnahmen durchgeführt, beispielsweise Workshops für PädagogInnen, die für die Bedürfnisse und Interessen von Mädchen sensibilisieren.

Welche Vorteile bietet es den Kindern und Jugendlichen? Welche Chancen eröffnen sich dadurch für die Zukunft?

Durch die Tiroler MINT-Initiative werden Kinder und Jugendliche vor allem über die Bildungseinrichtungen mit MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in Berührung gebracht. So können alle jungen Menschen unabhängig ihres Geschlechts oder ihres sozialen und ethnischen Hintergrunds erreicht werden und erhalten die Möglichkeit, ihre Talente in Bezug auf MINT zu entdecken und entlang der gesamten Bildungskette weiterzuentwickeln.

Neben Fachwissen erwerben die jungen Menschen durch einen innovativen MINT-Unterricht aber auch das nötige Rüstzeug für die Bewältigung unserer gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen. Der praktische Zugang zu Wissenschaft und Technologie macht diese greifbar und befähigt junge Menschen, wissenschaftliche Informationen kritisch zu hinterfragen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gemeinsames Forschen und Experimentieren ermöglicht der Jugend selbst Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln und stärkt so die Kreativität, Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenz der jungen Menschen.  MINT-Bildung entfaltet ihr Potenzial als gestaltende Kraft in Bildung und Gesellschaft – weit über die reine Wissensvermittlung hinaus.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Elisabeth-Lukasser-Vogl-02FCAndreas-Friedle

Zur Person

Elisabeth Lukasser-Vogl, Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins klasse!forschung, bekleidet seit 2022 das Amt der MINT-Koordination Tirol. Für die Bildungsmanagerin und Naturwissenschaftlerin ist es ein besonderes Anliegen, besonders Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene als wichtige MultiplikatorInnen, für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern und eine praktische, innovative und den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit entsprechende Bildung zu unterstützen.

05. August 2025 | AutorIn: Michaela Ehammer | Foto: Shutterstock; Andreas Friedle

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