Die Tiroler Adlerrunde lädt zum Tiroler Adler-Forum ein. Dabei rückt sie das Thema Entbürokratisierung in den Mittelpunkt.
Bei einem Thema sind sich Karl Christian Handl, Klaus Mark und Philipp Bagus einig: Europa, und Österreich dabei ganz besonders, wird von vorne bis hinten überreguliert und -bürokratisiert. Die Zahlen würden eine eindeutige Sprache sprechen: Österreich gibt 5,7 Prozent seines BIP für Verwaltung aus. Bei „Government Efficiency" von IMD World Competitiveness belegt es den 40. Rang – von gerade mal 67 Ländern. In der Kategorie „Tax Policy" landet es sogar auf Platz 64.
Karl Christian Handl, CEO von Handl Tyrol und Präsident der Tiroler Adlerrunde, findet angesichts der Daten klare Worte: „Wir verwalten uns zu Tode. Klein- und Mittelunternehmen verbringen jährlich bis zu 250 Stunden mit bürokratischen Vorgaben – das sind fast zwei Monate Arbeitszeit und Milliardenkosten, die Innovation und Wachstum verhindern."
Klaus Mark und Karl Handl sehen einerseits das Land, andererseits aber eindeutig den Bund in der Pflicht. „Der Mut zu echten Reformen fehlt oft – die Umsetzung bleibt schleppend und wird durch Zuständigkeitswirrwarr und politische Kompromisse gebremst", so Handl.
Das Vorbild mit der Kettensäge
Um das zu verdeutlichen, haben sie sich akademische Hilfe an Bord geholt: Prof. Dr. Philipp Bagus von der Universität in Madrid gilt als Vordenker der libertären Bewegung. Argentiniens exzentrischer Präsident war dem Ökonomen ein Begriff noch bevor Milei sich mit einer Kettensäge ablichten ließ.
Mittlerweile ist der Neoliberale länger als ein Jahr Präsident. Laut dem Professor tragen seine Maßnahmen bereits Früchte: „Javier Milei beweist, dass konsequenter Bürokratieabbau und Deregulierung eine echte Befreiungsbewegung für Wirtschaft und Gesellschaft sein können", so Bagus.
Bunte Runde
Professor Bagus ist Keynote-Speaker bei der Hauptveranstaltung. Und diese verspricht unterhaltend zu werden: Denn unter den DiskutantInnen finden sich nicht nur Beate Rubatscher-Larcher, Geschäftsführerin der Kaunertaler und Pitztaler Gletscherbahnen, sondern auch der libertär tickende Sepp Schellhorn, Staatssekretär für Deregulierung, und die linksorientierte Politikwissenschaftlerin und Publizistin Natascha Strobl.
Eines aber muss man der Adlerrunde lassen: Vor mutigen und bunten Gästelisten scheuen sie sich nicht. Wir erinnern: Auch vor einem Jahr lud die Adlerrunde zum Forum. Speaker damals: Markus Marterbauer, heute Finanzminister von Österreich, SPÖler und zwar eher einer, der auf Bablers Seite zu verorten ist. Jack Falkner wurde das damals zu bunt: „Wegen Menschen wie ihnen geht dieses Land zugrunde", meinte er und verließ den Saal.