Ein weiterer Insolvenzfall erschüttert die Tiroler Bauwirtschaft. Über die MAMM BETA GmbH mit Sitz in Innsbruck wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.
Auslöser waren ausstehende Kreditraten und offene Bankverbindlichkeiten in Millionenhöhe. Den Antrag stellte eine finanzierende Bank beim Landesgericht Innsbruck.
Nach Angaben des Gläubigerschutzverbands KSV1870 konnte der Bauträger mehrere fällige Kreditverpflichtungen seit Monaten nicht bedienen. Das Unternehmen war erst 2019 gegründet worden und war unter anderem an Wohnbauprojekten im Tiroler Unterland beteiligt.
Bank beantragt Insolvenzverfahren
Wie der KSV mitteilt, betrifft die Finanzierungssituation unter anderem das Bauprojekt „Kalksteinresidenz“ in St. Johann in Tirol. Für dieses Projekt bereitgestellte Fremdmittel seien teilweise bereits seit Monaten überfällig, erklärte KSV-Tirol-Leiter Klaus Schaller.
Ähnlich stellt sich die Situation laut Gläubigerschützern beim Projekt „Wilder Kaiser Residences“ in Going dar. Auch dort seien Kreditmittel trotz Fälligkeit nicht zurückgeführt worden. In der Folge stellte die finanzierende Bank beim Landesgericht Innsbruck den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über die Gesellschaft.
Das Gericht kam laut KSV zur Einschätzung, dass die Voraussetzungen für die Verfahrenseröffnung vorliegen.
Mindestens 3,5 Millionen Euro Bankschulden
Zur genauen Höhe der Gesamtverbindlichkeiten liegen derzeit noch keine geprüften Zahlen vor. Klar sei jedoch, dass allein gegenüber Banken rund 3,5 Millionen Euro offen ausstehen dürften, so Schaller.
Ob darüber hinaus weitere nennenswerte Forderungen bestehen, müsse erst im Zuge des Insolvenzverfahrens geklärt werden. Auch zu den konkreten Ursachen der Insolvenz gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Diese sollen nun gemeinsam mit der Insolvenzverwaltung untersucht werden.
Gesellschafterstruktur
Gesellschafter der insolventen MAMM BETA GmbH sind laut KSV1870:
- Michael Karlinger GmbH
- Mayer Holding GmbH
- Hauser Holding GmbH
- Ambros Einwaller GmbH
Mit der Insolvenz reiht sich der Bauträger in eine wachsende Zahl von Unternehmenspleiten in der Bau- und Immobilienbranche ein, die seit dem Zinsanstieg und der schwachen Nachfrage nach Neubauprojekten unter Druck geraten ist.