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Innovation als Standortfaktor

Tirols Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

v. l. n. r.: Moderator Günther Schimatzek und Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, im top.tirol talk!
Innovation als Standortfaktor

Tirols Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

v. l. n. r.: Moderator Günther Schimatzek und Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, im top.tirol talk!

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Der top.tirol-talk! mit der Gewinnerin des Euregio-Innovationspreises Eva Littringer: Anlässlich des Europäischen Forum Alpbach diskutierten Marcus Hofer (Geschäftsführung der Standortagentur Tirol), Wolfgang Lechner (Co-CEO von ParityQC), Christian Anselm (CEO und Gründer der optical design unit) sowie Eva Littringer (Mitgründerin von revIVe Medtech) über die Rahmenbedingungen für Innovation und unternehmerischen Erfolg in Tirol. Im Zentrum stand die Frage: Wie gelingt es, Tirol als attraktiven Standort für junge Unternehmen zu positionieren, von dem aus sie ihre innovativen Ideen in die Welt tragen und internationale Märkte erobern können? Besonders erfreulich: Eva Littringer wurde dieser Tage beim Forum Alpbach mit dem Euregio-Innovationspreis ausgezeichnet – ein Beweis für die Innovationskraft junger Tiroler Unternehmen.

Wolfgang Lechner betont in diesem Kontext die besondere Rolle Tirols als internationales Zentrum für Quantentechnologie: „Quantencomputing ist sicher eine Ausnahme, denn hier ist es so, dass Tirol tatsächlich ein weltweites Zentrum für Quantentechnologie ist. Das ist ein sehr nährreicher Boden, auf dem wir gestartet sind.“ Auch Christian Anselm sieht in der Kombination aus hochqualifizierten Fachkräften und exzellenten Ausbildungsstätten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „Wir haben grundsätzlich gute Ausbildungseinrichtungen und hochqualifiziertes Personal. Was einem kleinen Unternehmen oft fehlt, ist die Finanzierung und Begleitung – und da leistet die Standortagentur Tirol sehr gute Arbeit.“

Begleitung von der Idee bis zur Internationalisierung

„Wir sind die Innovationsagentur des Landes Tirol, als solche sind wir Unternehmensbegleiter“, so Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. Diese Begleitung beginne bei der Idee und gehe dann in die Bildungsphase und in die Wachstumsphase bis hin zur Internationalisierung über. Besonders wichtig sei dabei das Netzwerk, das Unternehmen in Tirol vorfinden: „Wir vermitteln regionale, nationale und internationale Kooperationspartner und wenn eine Herausforderung auf dem Innovationsweg entsteht, ist es unsere Aufgabe, gemeinsam mit dem Unternehmen diesen Stein, der im Weg liegt, wegzuräumen.“

Eva Littringer schildert die konkrete Unterstützung durch die Standortagentur Tirol aus der Perspektive eines MedTech-Unternehmens: „Wir sind im Jahr 2021 gestartet und wurden von der Standortagentur Tirol sehr unterstützt. Das hat uns etwa beim Zugang zu Förderungen und Investoren geholfen.“ Mittlerweile habe revIVe Medtech mehrere Patente eingereicht, Prototypen gebaut und befinde sich nun in der Internationalisierungsphase.

Herausforderungen und Chancen: Internationalisierung und Innovationssicherung

Die Diskussion zeigt, dass Tirol im internationalen Vergleich durchaus konkurrenzfähig ist – insbesondere, wenn der Fokus auf Technologie und Innovation liegt. Wolfgang Lechner sieht Europas Chance darin, geistiges Eigentum vor Ort zu halten und weltweit zu lizenzieren: „Unsere Vision ist, Innovation – da sind wir in Europa absolut top – hier zu halten, Patente und Know-how hier zu halten und das in die Welt zu lizenzieren.“ Auch Eva Littringer unterstreicht die Bedeutung mutiger Entscheidungen und den internationalen Austausch: „Wir dürfen nicht davor zurückschrecken, Know-how aus anderen Ländern einzukaufen. Wichtig ist, dass die IP, also das geistige Eigentum, bei uns bleibt und wir konkurrenzfähig werden.“

Gleichzeitig braucht es attraktive Rahmenbedingungen, um Unternehmen langfristig am Standort zu halten. Dazu zählen neben der alpinen Lebensqualität und starken Hochschullandschaft auch der digitale Ausbau und die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte. Christian Anselm weist darauf hin, dass Tirol kein Standort für Massenproduktion, aber technologisch und im Innovationsbereich sehr gut aufgestellt sei. Die Vernetzung im regionalen Innovationsökosystem wird als wesentlicher Erfolgsfaktor gesehen.

Neues Leuchtturmprojekt für den Standort

Mit dem neuen Health Hub Tirol setzt die Standortagentur Tirol gezielt Impulse im Life-Sciences-Bereich. „Das ist eine der wichtigsten Branchen in Tirol. Aus dem Bereich der Betriebsansiedelung und -erweiterungsbegleitung wissen wir aber, dass in den letzten 25 Jahren in Tirol keine neuen Labore entwickelt und gebaut wurden, was dazu geführt hat, dass Unternehmen in andere Bundesländer oder in andere Regionen der Welt gegangen sind. Diese Marktlücke haben wir mit dem Health Hub Tirol geschlossen“, so Marcus Hofer. Mit der Entwicklung eines Gebäudes mit Programmschwerpunkt sei es aber nicht getan, so der Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. Ausschlaggebend sei der Netzwerk- und Begleitservice für junge und erfahrene Unternehmen, um Wachstum weiter zu unterstützen.

Die GesprächspartnerInnen sind sich einig: Tirol bietet ein starkes Fundament für innovative Unternehmen. Die Zukunftsfähigkeit des Standorts hängt jedoch davon ab, wie mutig und offen für internationale Kooperationen und Investitionen agiert wird. Mit einem klaren Fokus auf Forschung, Vernetzung und IP-Sicherung kann Tirol auch in den kommenden Jahren als Innovationsstandort überzeugen.

18. August 2025 | AutorIn: top.tirol Redaktion |

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