Tirol ist Österreichs Tourismusland Nummer 1, aber kaum jemand kennt die Zahlen dahinter. Diese top.tirol-Kolumne hat sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern.
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Sommer vs. Winter: Wann boomt Tirol wirklich?
Das Tourismusland Tirol punktet vor allem im Winter – das klingt zunächst nach einer Selbstverständlichkeit. Und doch lohnt ein genauerer Blick auf die Zahlen, denn die vermeintlich klare Sache wird von Saison zu Saison unübersichtlicher.
49,6 Millionen Nächtigungen verbuchte das Land im Tourismusjahr 2024/25. 26,4 Millionen davon entfielen auf den Winter, 23,2 Millionen auf den Sommer – ein Verhältnis von 53 zu 47 Prozent, das vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. 2018/19, dem letzten Tourismusjahr vor der Pandemie, trennten die beiden Saisonen noch zehn Prozentpunkte: 27,5 Millionen im Winter, 22,2 Millionen im Sommer, damals 55 zu 45.
Wo sich die Nächtigungen annähern, tut es der Umsatz nicht. Zwei Drittel aller Erlöse aus Übernachtung und Frühstück fließen in den Wintermonaten ein – 2.165 Millionen Euro in der Saison 2023/24, während der Sommer auf 1.355 Millionen kam. Tirol empfängt im Sommer fast gleich viele Gäste, verdient aber erheblich weniger an ihnen. Die Winternacht hat schlicht einen anderen Preis.
Das spiegelt sich auch in den Monatsspitzen: Der Februar steht mit 7,6 Millionen Nächtigungen einsam an der Spitze, gefolgt von Jänner und März. Dem stellt der August seine 6,3 Millionen entgegen – eine Zahl, die eindrucksvoller ist, als sie auf den ersten Blick wirkt. Die Sommersaison 2024/25 knüpfte mit insgesamt 23,2 Millionen Nächtigungen fast an den historischen Rekord von 23,6 Millionen aus dem Jahr 1991 an.
Der Winter bleibt das Rückgrat des Tiroler Tourismus – aber der Sommer ist längst kein Nebensatz mehr.