Tirol ist Österreichs Tourismusland Nummer 1, aber kaum jemand kennt die Zahlen dahinter. Diese top.tirol-Kolumne hat sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern.
5.300 …
… so viele Tiroler Objekte waren im Juli 2021 auf Airbnb gelistet. Das MCI Innsbruck, unterstützt vom Tourismusforschungszentrum des Landes Tirol, hatte sie gezählt. Bis Sommer 2018 waren es noch rund 1.000 gewesen. Wie viele es heute sind, weiß niemand – eine aktuellere unabhängige Erhebung für ganz Tirol existiert nicht.
Dabei ist der Hintergrund klar: Tirol verfügt über die meisten Gästebetten aller österreichischen Bundesländer – im Tourismusjahr 2023/24 waren es 355.600. In keiner dieser offiziellen Zahlen taucht Airbnb als eigene Kategorie auf.
Dass ein Teil dieser Vermietungen unter dem Radar bleibt, zeigte sich früh: Als Anfang 2020 eine Meldepflicht beim Tourismusverband eingeführt wurde, registrierten sich in Innsbruck nur 260 Wohnungen – der Verband schätzte die tatsächliche Zahl auf rund 600.
Seit 2023 müssen Plattformbetreiber wie Airbnb Vermietungsdaten zwar ans Finanzamt Österreich melden. Gemeinden können jedoch keinen Antrag auf Datenzugang mehr stellen – eine vollständige Erhebung der Fremdenverkehrsabgaben bleibt damit weiterhin nicht möglich. Für die Öffentlichkeit bleibt das Ausmaß der Plattformvermietung in Tirol damit weiterhin nicht nachvollziehbar. Das fehlende Wissen ist selbst Teil des Problems.