Eingabehilfen öffnen

Skip to main content
Rankings - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Rankings
Unternehmensverzeichnis - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Unternehmen
Newsletter - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Newsletter
Tirols Baubranche

Unleistbares Wohnungseigentum

v.l. Landesrat Mario Gerber, Fachgruppenobfrau der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Ellen Moll und Bauinnungsmeister Patrick Weber sprachen heute über die Lage der Wohnbaubranche und darüber, wie Wohnungseigentum wieder leistbar werden soll.
Tirols Baubranche

Unleistbares Wohnungseigentum

v.l. Landesrat Mario Gerber, Fachgruppenobfrau der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Ellen Moll und Bauinnungsmeister Patrick Weber sprachen heute über die Lage der Wohnbaubranche und darüber, wie Wohnungseigentum wieder leistbar werden soll.

Artikel teilen

Trotz des Auslaufens der KIM-Verordnung bleibt leistbares Eigentum in Tirol für viele unerreichbar. Was getan werden könnte, was unter „leistbar“ verstanden wird und welche Rolle Leerstand tatsächlich spielt, erklären Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, Immobilien-Fachgruppenobfrau Ellen Moll und Bauinnungsmeister Patrick Weber.

Wie sieht das Paket für leistbaren Wohnraum in Tirol aus?

„Ziel ist es, die Eigentumsquote in Tirol nachhaltig zu steigern und Wohnen wieder leistbar und zukunftssicher zu machen“, sagt Landesrat Mario Gerber. Es gehe dabei nicht nur um Wohnraum per se, sondern auch um die Stärkung des Bausektors, den Erhalt von Arbeitsplätzen und um Altersvorsorge.

Laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung, die im Auftrag der Wirtschaftskammer durchgeführt wurde, ist die Bruttowertschöpfung in der Bauwirtschaft 2024 um 1.061,8 Millionen Euro niedriger als im Durchschnitt der vorlaufenden zehn Jahre.

Trotz der betonten Dringlichkeit handelt es sich beim heute präsentierten Paket nicht um konkrete Maßnahmen, sondern um Vorschläge. Diese umfassen sechs Punkte: zinsgünstige Finanzierung, Abschaffung von Grundbuch-Eintragungsgebühr und Grunderwerbsteuer, Reduktion von Grund- und Baukosten, schnellere Bewilligungsverfahren sowie die Stärkung der Einkommen.

Was bedeutet leistbares Wohnen für die Baubranche?

Auf die Frage, was leistbares Wohnen bedeutet, antwortet Bauinnungsmeister Patrick Weber: „Die meisten in unserer Umfrage gehen davon aus, dass 25 bis 30 Prozent des monatlichen Haushaltseinkommens als leistbar gelten“, und das befürworte er auch.

Als Beispiel nennt er ein Paar, das sich am freien Markt mit Unterstützung durch die Wohnbauförderung eine 65 Quadratmeter große Wohnung leistet. Der Kaufpreis betrage in Tirol durchschnittlich 6.900 Euro pro Quadratmeter. „Laut Berechnungen sind wir dann auf 28 Prozent Belastung vom Haushaltseinkommen gekommen“, so Weber. In Vorarlberg liege diese Belastung bei vergleichbaren Modellen nur bei 20 Prozent. Hier sei in Tirol die Politik gefragt.

Doch kein Leerstandsproblem?

Ellen Moll übte Kritik an der Leerstandsthematik. „Es wird immer mit Zahlen jongliert, die so in der Realität nicht stimmen können“, betonte sie. Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt brauche es einen natürlichen Leerstand von drei bis fünf Prozent. Außerdem sind viele der laut Landeserhebung ungenutzten Wohnungen, die weder als Haupt- noch Nebenwohnsitz gemeldet sind, in Wahrheit gar nicht ungenutzt. „94 Prozent sind belegt“, erklärt sie mit Verweis auf Erhebungen ihrer Fachgruppe. „Die ganzen Einheiten sind vermietet – an Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte oder Therapeuten. Die haben natürlich keinen Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet. Aber das Objekt ist vermietet.“

Belegen lasse sich das unter anderem durch den Einblick ihrer Fachgruppe in Heizkostenabrechnungen, die eine tatsächliche Nutzung zeigten. Gerber reagierte auf die widersprüchlichen Zahlen zur Landesstudie, die von 75.000 leeren Einheiten ohne jeglichen Wohnsitz ausgeht, mit einem klaren Signal: „Es braucht jetzt ein schnelles Gespräch zwischen Wirtschaftskammer und Landesregierung.“

09. Juli 2025 | AutorIn: Frau Barbara Kluibenschädl | Foto: Target Group

top.tirol Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über Tirols Wirtschaftsgeschehen