Skip to main content

Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 664

Vollbeschäftigung am Tiroler Arbeitsmarkt

Vollbeschäftigung am Tiroler Arbeitsmarkt

Artikel teilen

Die Zahl der offenen Stellen ist leicht rückläufig, die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt weiterhin. Einen leichten Anstieg gibt es bei der Arbeitslosigkeit von Männern.

„Wir starten mit Vollbeschäftigung in den Frühling und die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. Der vorhergesagte Konjunkturabschwung ist am Tiroler Arbeitsmarkt bisher noch nicht angekommen. Die Anzahl der offenen Stellen ist zwar leicht rückläufig, von einer Entspannung des Personalmangels sind wir aber meilenweit entfernt", stellt Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol fest. 

Konkret in Zahlen heißt das: Mit Stichtag 31.03.2023 sind in Tirol 12.979 Personen arbeitslos. Das ist der niedrigste Stand zu dieser Jahreszeit seit 1992. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 172 Menschen weniger (-1,3 Prozent). Bei 12.979 Arbeitslosen und geschätzten 363.000 unselbständig Beschäftigten (+10.000 Beschäftigte im Vorjahresvergleich) betrug die Arbeitslosenquote im März 2023 in Tirol 3,5 Prozent. Im Bundesländervergleich hat Tirol somit hinter Salzburg (3,4 Prozent) die geringste Arbeitslosenquote. Österreichweit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei -0,9 Prozent und aktuell gibt es in Österreich 259.440 Arbeitslose.

 Personalmangel weiterhin hoch

Ende März waren beim AMS Tirol insgesamt 7.862 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Im langjährigen Vergleich befinden wir uns damit weiter auf einem hohen Niveau. Im Vorjahresvergleich ist die Anzahl der offenen Stellen um -15,7 Prozent bzw. -1.459 gesunken. Am meisten Personal wird weiterhin im Handel mit 1.933 offenen Stellen (+3,4 Prozent im Vorjahresvergleich) und in der Beherbergung und Gastronomie mit 1.199 offenen Stellen (-32,1 Prozent) gesucht. Ein besonders starker Rückgang von - 32,8 Prozent bzw. -384 kann in der Arbeitskräfteüberlassung beobachtet werden.

„Eine gute Berufs- und Schulwahl, die Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen, lebenslanges Lernen sowie die Zuwanderung und Integration von Arbeitskräften sind Erfolgsfaktoren, mit denen Tirol dem Personalmangel aktiv begegnen kann", so Platzer-Werlberger.

Die Dynamik am Stellenmarkt nimmt im Vorjahresvergleich leicht ab. Im März wurden um -10,4 Prozent weniger offene Stellen zur sofortigen Vermittlung gemeldet als im Vorjahr und auch die erfolgreichen Stellenbesetzungen gingen um -14,5 Prozent spürbar zurück.

Personalmangel lässt Langzeitarbeitslosigkeit weiter sinken

Bei den länger als 1 Jahr arbeitslos vorgemerkten Menschen ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um -40,9 Prozent auf 800 Personen zu verzeichnen. Seit dem Höchststand Ende April 2021 (3.397) sinkt die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich und liegt mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2013 (772). Der anhaltend hohe Personalbedarf der Tiroler Unternehmen hat dazu geführt, dass sich am Arbeitsmarkt auch die Chancen von Älteren oder Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbessert haben. 70,3 Prozent sind älter als 50 Jahre, 64,0 Prozent haben gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen und 46,9 Prozent haben maximal einen Pflichtschulabschluss.

Anzahl der offenen Lehrstellen leicht gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um -15,6 Prozent auf 1.128 gesunken. Die meisten Lehrlinge werden im Einzelhandel (275), in der Beherbergung (192), in der Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlageninstallation (67), in der Elektroinstallation (63) und im Hochbau (63) gesucht. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist um -10,6 Prozent gesunken. Das sind 288 sofort einsatzbereite Lehrstellensuchende gegenüber 1.128 sofort verfügbaren Lehrstellen.

Arbeitslosigkeit bei den Männern angestiegen

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit bei den Frauen um -5,9 Prozent bzw. -355 zurück. Bei den Männern ist sie hingegen um +2,6 Prozent bzw. +183 gestiegen. Besonders deutlich war der Anstieg dabei bei den Köchen und Küchengehilfen (+81) und in einzelnen Bauberufen. Mit Ende März sind 5.681 Frauen und 7.298 Männer in Tirol arbeitslos. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 3,7 Prozent deutlich über jener der Frauen (3,2 Prozent).

Höherqualifizierung bestes Mittel gegen Arbeitslosigkeit

41,5 Prozent der Ende März vorgemerkten Arbeitslosen haben maximal Pflichtschulabschluss. Diese Menschen waren hauptsächlich in Hilfsberufen tätig und haben weder einen Lehrabschluss noch höhere Schulausbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulausbildung lag im Februar 2023 zuletzt bei 11,6 Prozent. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung liegt dieser Wert mit 4,3 Prozent und bei AkademikerInnen mit 1,3  Prozent deutlich darunter. 

03. April 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: Shutterstock

top.tirol Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über Tirols Wirtschaftsgeschehen