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KI-Hype am Scheideweg

Was bleibt von den Versprechen?

KI-Hype am Scheideweg

Was bleibt von den Versprechen?

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Künstliche Intelligenz (KI) war in den letzten Jahren der Superstar der Tech-Welt – omnipräsent in Schlagzeilen, auf Konferenzen und in Startup-Pitches. Doch jetzt scheint der KI-Hype ins Stolpern zu geraten.

Noch vor wenigen Monaten war die Rede von AGI (Artificial General Intelligence) – der Allgemeinen Künstlichen Intelligenz, also einer KI, die den Menschen in vielen oder allen kognitiven Fähigkeiten ebenbürtig oder sogar überlegen sein soll. Jetzt rudern selbst Größen wie Sam Altman (OpenAI) oder Mark Benioff (Salesforce) zurück. Altman spricht von einer möglichen Blase, Benioff nennt AGI ein „Warnsignal“.

 

Worum aber geht es bei der Diskussion um die mögliche KI-Blase?

Es geht um den fehlenden großen Sprung. So wurde zum Beispiel mit Spannung das neue Sprachmodell GPT-5 erwartet. Ein Meilenstein, sagte man und – wieder mal – ein großer Sprung nach vorne. Das an sich solide Update aber lässt sich nicht gerade als revolutionär bezeichnen. Die Euphorie kühlte spürbar ab.

Selbst Sam Altmann, Chef von Open AI und berufsbedingt großer Fan von KI, sah sich angesichts dessen gezwungen, die entstandene Erwartungshaltung in realistische Bahnen zu lenken. In einem Interview warnte er kürzlich vor dem Verbrennen von Milliarden. Seine eigene Firma verbrennt heuer by the way 8 Milliarden Euro – doppelt so viel wie im letzten Jahr. Bis 2029 sollen es ganze 115 Milliarden werden. Das heißt: Auch mit Abermillionen (teilweise zahlenden) NutzerInnen ist ChatGPT nach wie vor ein Verlustgeschäft.  

Von der Vision zur Realität: Erwartungen vs. Wirtschaft

Nichtsdestotrotz wird Geld reingeworfen: Die Branche wirkt überhitzt. Firmen mit nur wenigen Mitarbeitenden sammeln Milliarden ein, oft mit kaum mehr als einer PowerPoint-Präsentation. Und während Großkonzerne wie Google, Microsoft & Co. tief in die Taschen greifen, um ihre Cloud-Geschäfte durch KI zu befeuern, mehren sich Zweifel: Sind diese Investitionen langfristig tragfähig – oder pumpt sich hier gerade eine gewaltige Tech-Blase auf?

Das Magazin der New Yorker stellte kürzlich deswegen folgende Frage: Was, wenn’s einfach nicht besser wird? Wenn die großen Sprünge vorbei sind? Diese Vorstellung wäre für viele KI-Startups – und deren InvestorInnen – verheerend.

 

Was es jetzt braucht

Die Frage, die alle umtreibt, ist, wie man jetzt mit KI umgehen soll und welche Erwartungen man haben darf: Der Blick aufs große Ganze zeigt, dass es Realismus statt Romantik braucht. KI ist ein Werkzeug und kein magisches Wesen. Prozesse können damit beschleunigt, Daten nutzbar gemacht und neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Aber nicht alles, auf dem KI steht, ist wirklich KI. Und je mehr damit den UserInnen – die in den meisten Fällen immer noch Menschen sind – versprochen wird, desto skeptischer sollten sie sein. Vor allem, wenn sie vorhaben, Investitionen zu tätigen.

08. September 2025 | AutorIn: Nico Freimann | Foto: Shutterstock

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