Dass Pick-ups nun generell von der NoVA (Normverbrauchsabgabe) befreit sind, stimmt so nicht. Vielmehr gelten zahlreiche Ausnahmen und Voraussetzungen, die sowohl bei KundInnen als auch im Handel für Verunsicherung sorgen.
Die NoVA ist beim Fahrzeugkauf ein erheblicher Kostenfaktor – insbesondere für Betriebe, die auf Pick-ups angewiesen sind. Seit kurzem gilt: Bestimmte Pick-ups mit Allradantrieb und Doppelkabine können von der Abgabe befreit sein – aber nur, wenn sie als „einfach ausgestattet“ gelten, etwa kein Panoramadach oder Ledersitze haben.
Keine generelle NoVA-Befreiung
Man könne also nicht davon sprechen, dass Pick-ups pauschal nicht mehr NoVA-pflichtig seien, wie Martina Abfalter, Verkaufsberaterin bei der Autopark GmbH in Innsbruck, betont. „Konkret geht es bei dem letzten Update darum, dass das Kriterium ‚permanenter Allradantrieb‘ aus der Negativliste zur ‚einfachen Ausstattung‘ (laut Bundesministerium für Finanzen) herausgenommen wurde.“ Das allein reiche jedoch nicht aus: „Entscheidend bleibt weiterhin die Gesamtbetrachtung der Beschaffenheit des Fahrzeugs.“
Verunsicherung bei KundInnen und Handel
Was genau als „einfache Ausstattung“ gilt, habe für viele Fragezeichen gesorgt. „Diese Einordnung hat sowohl im stationären Handel als auch bei KundInnen und InteressentInnen für erhebliche Verwirrung gesorgt – und sorgt sie nach wie vor“, so Abfalter. Auch, wenn nun eine klarere Definition vorliege, bleibe ein Vertrauensproblem: „KundInnen fühlten sich teils mangelhaft informiert oder sogar getäuscht, wenn nachträglich steuerliche Vor- oder Nachteile deutlich wurden.“ Das untergrabe das Vertrauen in die Transparenz von Beratung und Preisgestaltung im Autohandel.
„Keine Luxusgüter“
Abfalter würde in einer echten NoVA-Befreiung ein wichtiges wirtschaftliches Signal sehen: „Eine komplette NoVA-Befreiung für Pick-ups wäre aus wirtschaftlicher und branchenspezifischer Sicht ein deutliches Signal an Gewerbe- und Handwerksbetriebe – insbesondere in einer strukturell ländlich und alpin geprägten Region wie Tirol.“ Denn: Für viele Unternehmen seien Pick-ups keine Luxusgüter, sondern schlicht unverzichtbare Arbeitsmittel.