Geschenke, Feiern, Rabatte: Zu Weihnachten sitzt das Geld locker – oft zu locker. Umfragen ergeben, dass die festlichen Ausgaben vieler Haushalte das verfügbare Budget mit langfristigen Folgen übersteigen.
Weihnachten gilt als Hochzeit des Konsums. Die meisten möchten sich und ihren Liebsten etwas gönnen. Doch genau hinter diesem Bedürfnis lauert die latente Gefahr. Laut aktuellen Umfragen des Handelsverbandes überschreiten viele Haushalte rund um die Feiertage ihr verfügbares Budget. Aktionen, „Buy now, pay later“-Modelle und Ratenzahlungen sorgen dafür, dass die persönlichen Ausgaben schnell aus dem Blick geraten, bis die Rechnungen Wochen später eintrudeln.
Schuldenberatung am Limit
Die Schuldenberatung Tirol arbeitet seit Jahren am Anschlag. Seit 2022 hat die Anzahl der Privatkonkurse deutlich zugenommen. Dies hat damit zu tun, dass Einkommen in der Wirtschaftskrise volatiler geworden sind und entsprechende Rücklagen fehlen. Die durchschnittliche Schuldenhöhe in den Beratungen liegt mittlerweile bei rund 60.000 Euro. Besonders problematisch: Viele Betroffene haben zwar massive Schuldenprobleme, können sich aber nicht einmal die Kosten für einen Privatkonkurs leisten.
Trügerische Sicherheit
Weihnachtsaktionen wiegen finanziell belastete Haushalte oft in trügerischer Sicherheit. Besondere Vorsicht ist etwa bei Ratenzahlungen geboten. Ein einzelner Kauf ist dabei selten das Problem. Im Schnitt laufen Ratengeschäfte jedoch über drei Jahre. Das heißt, dass KonsumentInnen nächstes und übernächstes Weihnachten noch für Geschenke von heuer mitzahlen. Auch Sale-Angebote bergen Risiken. Aus finanzpsychologischer Sicht wird nämlich fälschlicherweise oft der ‚gesparte‘ Betrag anstelle der tatsächlichen Ausgaben gerechnet.
Junge Erwachsene am stärksten betroffen
Auffällig ist die Situation bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 24 Jahren. Fast jeder Zweite hat offene Verbindlichkeiten, die sich im Schnitt auf 644 Euro belaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass häufig das entsprechende Wissen fehlt, wie man richtig auf Mahnungen reagiert oder welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen unbezahlte Rechnungen nach sich ziehen. Als Schlüsselmonate fungieren oft erst Feber und März, wenn der Weihnachtskonsum endgültig auf den Kontoauszügen sichtbar wird oder Mahnungen nicht mehr ignoriert werden können.
Fazit: So lassen sich Weihnachtsschulden vermeiden
Finanzielle Besinnung ist besser als Nachwehen im neuen Jahr. So kann es etwa schon helfen, ein fixes Weihnachtsbudget zu definieren, das nicht per Kreditkarte, sondern bar oder per Debitkarte zur Verfügung steht. Ratenkäufe auf Ausnahmefälle zu beschränken, schafft zusätzlich Übersicht. Rabatte werden am besten nach dem tatsächlichen Preis beurteilt, nicht nach der Ersparnis. Und: Wer merkt, dass Rechnungen liegen bleiben, sollte frühzeitig Beratung in Anspruch nehmen, bevor aus der gut gemeinten festlichen Freude langfristige finanzielle Belastungen erwachsen.