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Spritpreis-Update

Wie geht's weiter, Rebecca Kirchbaumer?

Spritpreis-Update

Wie geht's weiter, Rebecca Kirchbaumer?

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Bereits Anfang März haben wir bei WK-Fachverbandsobfrau Rebecca Kirchbaumer nachgefragt, wie sich die Treibstoffpreise entwickeln werden. Weil nach wie vor kein Kriegsende in Sicht ist, haben wir uns nochmal ein Update geholt und sie auf ihre Antworten vom letzten Mal angesprochen.

 

top.tirol: Anfang März haben Sie die Treibstoff-Marktentwicklung als so unvorhersehbar wie die Lottozahlen bezeichnet. Dennoch wagten Sie die Prognose, dass die Preise nicht so exorbitant steigen würden wie 2022. Das hat sich nicht bewahrheitet. Hat Sie diese Entwicklung überrascht?

Rebecca Kirchbaumer: Die Dynamik hat sich tatsächlich stärker entwickelt als damals erwartet. Gerade geopolitische Spannungen wirken sich oft schneller und direkter auf die Energiemärkte aus, als es Prognosen abbilden können. Insofern: überrascht in der Geschwindigkeit ja, aber nicht im Grundmuster, dass solche Entwicklungen zu Preissprüngen führen.

 

Die Situation rund um den Iran-Krieg im Nahen Osten ändert sich gefühlt stündlich – und damit auch der Rohöl-Transport. Kurz erklärt: Wie entstehen die Preise an unseren Zapfsäulen und wie stark hängen sie tatsächlich am aktuellen Ölpreis?

Der Preis an der Zapfsäule setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen: dem internationalen Rohölpreis, den Raffineriekosten, Transport und Logistik sowie einem erheblichen Anteil an Steuern und Abgaben. Der Rohölpreis ist dabei ein zentraler Treiber, aber nicht der einzige. Kurzfristige Schwankungen entstehen oft durch geopolitische Ereignisse, Währungseffekte und Angebotssituationen entlang der gesamten Lieferkette.

 

Die Spritpreisverordnung besagt, dass Tankstellen nur noch montags, mittwochs und freitags um jeweils 12 Uhr die Preise erhöhen dürfen. Ist diese Verordnung in Ihren Augen sinnvoll?

Die Regelung sollte vor allem Transparenz schaffen. Für Konsumentinnen und Konsumenten bringt das eine gewisse Planbarkeit. Gleichzeitig muss man festhalten, dass sie keinen direkten Einfluss auf das generelle Preisniveau hat, dieses wird weiterhin durch die internationalen Märkte bestimmt.

 

Spüren TankstellenbetreiberInnen in Tirol bereits Veränderungen im Tankverhalten ihrer KundInnen?

Ja, solche Entwicklungen sind spürbar. Bei steigenden Preisen beobachten viele Betriebe, dass bewusster und oft in kleineren Mengen getankt wird. Auch das Ausweichen auf günstigere Zeitpunkte oder Standorte nimmt zu. Insgesamt zeigt sich, dass Kundinnen und Kunden sensibler auf Preisbewegungen reagieren.

 

In Frankreich gibt es erste Versorgungsengpässe an Tankstellen. Ist das in Tirol auch zu befürchten?

Aktuell ist die Versorgung in Tirol grundsätzlich stabil. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: In einem angespannten internationalen Umfeld ist es auch bei uns punktuell zu Engpässen gekommen und es kann weiterhin Engpässe geben. Insbesondere dann, wenn es entlang der Lieferketten zu Störungen oder Verzögerungen kommt.

Zusätzlich gilt: Eingriffe wie Preisbremsen haben Nebenwirkungen. Es ist zu beobachten, dass einzelne Lieferanten in solchen Situationen abwarten oder Mengen vorsichtiger disponieren, wenn Preisentwicklungen schwer einschätzbar sind. Das kann die Versorgungslage zusätzlich unter Druck setzen.

Aus meiner Sicht braucht es zumindest die ernsthafte Prüfung einer temporären Aussetzung der CO2 Steuer im Rahmen des österreichischen Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetzes (NEHG). Gleichzeitig ist absehbar, dass mit dem EU-weiten Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) zusätzliche Belastungen kommen. Aus unserer Sicht muss daher verhindert werden, dass es zu einer doppelten Belastung kommt, hier braucht es rechtzeitig eine Anpassung auf nationaler Ebene.

Gerade in einer wirtschaftlich angespannten Phase wäre es daher sinnvoll, hier temporär zu entlasten, anstatt durch zusätzliche Eingriffe neue Unsicherheiten in der Versorgung zu erzeugen. Umso wichtiger ist es jetzt, die Belastungen realistisch zu betrachten und dort gezielt gegenzusteuern, wo rasch Entlastung möglich ist, für Haushalte ebenso wie für Betriebe.

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Zur Person

Rebecca Kirchbaumer ist Fachverbandsobfrau der Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmen in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien und Bezirksobfrau für Innsbruck-Land in der Wirtschaftskammer Tirol. Zudem betreibt sie drei OMV-Tankstellen in Tirol.

27. April 2026 | AutorIn: Markus Wechner | Foto: shutterstock, Simon Fischler

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