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Wie KI unsere Gesellschaft und Wirtschaft verändert

v.l.: Club Tirol-Vorstandsmitglied Charlotte Sengthaler (Spa Ceylon Austria), Kevin Kupper (Humanocare), Hermann Erlach (General Manager von Microsoft Österreich), Club Tirol-Präsident Julian Hadschieff und Club Tirol-Vorstandsmitglied Peter Kunz

Wie KI unsere Gesellschaft und Wirtschaft verändert

v.l.: Club Tirol-Vorstandsmitglied Charlotte Sengthaler (Spa Ceylon Austria), Kevin Kupper (Humanocare), Hermann Erlach (General Manager von Microsoft Österreich), Club Tirol-Präsident Julian Hadschieff und Club Tirol-Vorstandsmitglied Peter Kunz

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Club Tirol-Veranstaltung bei Microsoft Österreich mit spannendem Vortrag über Können und Bedeutung von Produkten mit Künstlicher Intelligenz.

Gleich vorweg: Dieser Text wurde noch „analog“, mit natürlicher Intelligenz erstellt. Darin geht es zwar über ChatGPT, Microsoft & Co., doch vom realen Einsatz der weltweit so „gehypten“ Text-KI für die Erstellung dieses Berichtes über einen vom Club Tirol organisierten Vortrags-Abend „Künstliche Intelligenz, ChatGPT und Microsoft Copilot verändern Gesellschaft & Wirtschaft“ im großen Auditorium bei Microsoft Österreich in Wien-Meidling wurde aus technischen Gründen noch Abstand genommen. Wie sehr dieses Thema uns alle schon persönlich betrifft, das zeigte wohl der große Andrang wissbegieriger Mitglieder des in Wien ansässigen, überparteilichen und unabhängigen Business-Club der in und um die Bundeshauptstadt lebenden Tiroler:innen.

Nach der Begrüßung von Organisator Martin Hörmann – seines Zeichens Government Affairs Director bei Microsoft Österreich – sowie von Club Tirol-Präsidenten Julian Hadschieff („die rasante KI-Entwicklung ist für unsere Gesellschaft womöglich noch disruptiver als frühere Digitalisierungs-Meilensteine“), sprach Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich, einige grundsätzliche Dinge zum Thema an.

Demnach sei es wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen, damit Menschen Innovationen annehmen. Das heiße, man müsse die Angst vor Neuem durch Wissen darüber, um was es genau geht, nehmen. Angst sei ein schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, die Potentiale neuer Technologien abzuschätzen. Auch wenn KI etwa stark repetitive, gleichförmige und analytische Tätigkeiten rationalisieren kann, habe er mehr Angst davor, dass Arbeitsplätze künftig verloren gehen, wenn „wir bei den KI-Innovationen nicht mithalten und als Wirtschaftsstandort massive Wettbewerbsnachteile riskieren“ Es brauche einen „positiven Zugang zu KI, den Mut reinzugehen und dann auch Regeln für deren Anwendung aufzustellen.“ Vielfach werde derzeit die schnell voranschreitende KI-Entwicklung und deren Auswirkungen auf Arbeit und Leben unterschätzt, andererseits „überschätzen wir im Moment das Können von KI-Maschinen.“

Neue Jobs, Mitarbeiter:innen dringend gesucht

Für was und wie ChatGPT & Co sinnvoll eingesetzt werden können, wie „intelligent“ sie tatsächlich schon sind und wohin die KI-Entwicklungsreise geht, dazu absolvierte anschließend Harald Leitenmüller, Chief Technology Officer von Microsoft Österreich, in seinem mit Grundbegriffs-Erklärungen gewürzten Vortrag eine wahre Tour de Force. Die zwischendurch einen regelrechten Fragen-Sturm im Publikum auslöste.

Einer der in Leitenmüllers umfangreichen Ausführungen erwähnten Begriffe sei hier angeführt, da hinter diesem wohl ein Grund für „die disruptive Kraft der KI-Entwicklung“ steckt. Und der bereits viele Unternehmen dringend nach Mitarbeiter:innen suchen lässt, die über diese neue „digitale Kompetenz“ verfügen, nämlich dem „Prompt Engineering“.

Im Unterschied zu bisherigen „Computer-Systemen“, die als Prompt (= Eingabeaufforderung) das Hineinschreiben einer „Lösung“ erfordern, könne nun etwa in den chat-basierten Systemen das „Problem“ eingegeben werden. „Das erklärt, warum KI-Systeme so attraktiv sind – auf einmal wurde die digitale Welt für Leute zugänglich gemacht, die ein Problem beschreiben können“, so Leitenmüller, der an der Uni Wien im berufsbegleitenden Lehrgang „Verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz“ unterrichtet. Man müsse also nicht technische Expert:in sein, sondern nur jemand, der ChatGPT das Problem schildert und darum bittet „hilf mir, es zu lösen.“ Etwa dabei, ein emphatisches Mail an den Feuerversicherungs-Kund:innen zu formulieren, deren Haus gerade abgebrannt ist. Die Lösungs- verschiebt sich hin zur Problembeschreibungs-Kompetenz, eine „gute Beschreibung liefert dann auch gute Ergebnisse.“

Mensch wird nicht ersetzt

Leitenmüller klärte über Unterschiede zwischen dem mehr auf den „Consumer-Forschungs-Bereich“ ausgerichteten ChatGPT von Open AI und den eher für den „B2B-Bereich“ gedachten, umfangreichen OpenAI-Services von Microsoft (Text-, Bild-, Audio-, Codegenerierung). Die beiden Unternehmen kooperieren in vielen Forschungs-Bereichen (Microsoft ist ja an Open AI auch beteiligt), aber die Zielgruppen ihre Produkte seien unterschiedlich. Einen wichtigen Unterschied gibt’s übrigens auch beim Datenschutz: Microsoft-Kund:innen wird vertraglich garantiert, dass ihre eingegebenen Daten nicht etwa für Trainingszwecke der KI-Systeme verwendet werden.

Dienste wie ChatGPT oder bing chat eignen sich also gut für Brainstorming und Textgenerierung („ich bereite mich etwa mit ChatGPT auf Journalisten-Interviews vor“). Bei den Microsoft-KI-Produkten sind deren Fähigkeiten und Kompetenzen stärker differenziert. Damit könne man „verantwortungsvolle Prozesse mit Copilot-Anwendungen umsetzen, der Mensch bleibt dabei in der Entscheidungskette immer eingebunden, wird also nicht ersetzt, sondern erhält ein Werkzeug, damit er seine Aufgaben besser erfüllen kann.“

Die goldene Regel für Generative AI

Eines müsse man laut Leitenmüller als Anwender auf jeden Fall wissen: große KI-Sprachmodelle wie beispielsweise GPT-4 sind weniger als eine Wissens-Maschine sondern mehr als Geschichten-Maschine zu sehen. Wenn der Kontext vom Anwender durch den Prompt nicht richtig gesetzt ist, kann es auch zu Verzerrungen in den Ergebnissen führen. Daher ist es als eine „goldene Regel“ anzusehen, nur Fragen zu stellen, die in der Antwort auch vom Anwender validierbar sind. Microsoft geht hier mit dem auf dem GPT Sprachmodell basierenden Bing Chat noch einen Schritt weiter und kombiniert die Antworten auch mit aktuellen Suchergebnissen und führt diese als Fußnote im Antworttext an. Damit wird eine Überprüfung samt Quellen für den Anwender leichter ermöglicht.

Nach vielen weiteren Ausführungen und Antworten auf die Fragen hielt Leitenmüller am Ende eines fest: Bei der derzeit enormen Geschwindigkeit, mit der Veränderungen passieren, sei es die gesellschaftliche Herausforderung dieser Tage, wie „schnell wir die nötigen digitalen Kompetenzen dafür an die große Menge der Menschen bringen.“ Microsoft spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „Demokratisierung von AI“, das als eines der großen Ziele des Unternehmens definiert ist.

Zugehört und gefragt haben u.a.: Club Tirol-Vizepräsidentin Renate Danler (Renate Danler Consulting), die Club Tirol-Vorstandsmitglieder Peter Kunz (Kunz Wallentin Rechtsanwälte), Martina Scheiber (HR-SCOPE) und Charlotte Sengthaler (Spay Ceylon Austria). Stephan Briem (RA Dr. Stephan Briem), Sabina Berloffa (BSC Strategy Consulting), Armin Blassnig (1492), Burkhard Doblander (quant.consultants GmbH), Wolfgang Farbmacher (Momentum digital), Patrick Hafner (Resource Development), Reinhard Heiserer (Jugend Eine Welt), Ursula Hillbrand (Salonhosting), Günther Jauck (Winning Business Models), Jakob Kathrein (Tiroler Landesregierung – Koordinationsstelle Wien), Sarah Koidl (Bundeskanzleramt), Inge Kuchelmair (Münze Österreich), Thomas Kreidl (Österreich Werbung), Karin Mair (Observer), Michaela Pedarnig (Wiener Volkshochschulen), Dominik Schrott (Abg. zum NR a.D.), Desiree Sandanasamy (ZARA), Maria Schwarz (Schwarz Food&Beverage), Christian Semrajc (Artaker IT), Wolfgang Spadinger (MFA Austria), Peter Staudinger (DocLX Holding), Herfried und Sanja Weiss (Daheim leben Seniorenbetreuung) Susanne Wieser (CEE Mediaoffice), Thomas Wörgötter (BMF) uvm.

24. Juni 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: Club Tiro

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