Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant und wirft zahlreiche Fragen auf. Mit KINN ist in Tirol ein offenes Netzwerk entstanden, das Raum für Austausch und Vernetzung bietet. top.tirol war live beim letzten Treffen dabei.
Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags. Doch was bedeutet das konkret für unsere Arbeitswelt? Wie lässt sich die neue Technologie sinnvoll nutzen? Welche Chancen entstehen – und wo liegen mögliche Risiken? Fragen wie diese schwirren derzeit in vielen Köpfen herum. So erging es auch Thomas Seiger, selbst Gründer des Start-ups Libra Innovation und Chief Innovation Officer bei Mission Solar. „Ich hatte viele Fragen und mir fehlte einfach die Möglichkeit zum Austausch“, erinnert sich der Unternehmer. Kurzerhand schuf er sie dann selbst – unter dem Namen KINN.
Seine Vision: einen offenen Raum für Begegnung, Dialog auf Augenhöhe und neue Verbindungen. „Digitalisierung soll greifbar gemacht und Berührungsängste abgebaut werden“, bringt es der Initiator auf den Punkt. Im November traf sich zunächst eine kleine Runde von vier Interessierten, um über das hochaktuelle Thema zu diskutieren. Dass der Unternehmer damit einen Nerv der Zeit traf, wurde schnell deutlich: Mit jedem Termin wuchs das Netzwerk weiter. „Beim heutigen Treffen waren erstmals über 70 Personen dabei“, erzählt er stolz.

Strukturierter Austausch
Der Ablauf ist bewusst unkompliziert gehalten: Mitmachen kann jede und jeder, erforderlich ist lediglich eine vorherige Online-Anmeldung. Jeden Donnerstag trifft sich die Community von 8 bis 9 Uhr an wechselnden Locations. Bei Kaffee und Gebäck finden sich kleine Gruppen zusammen, um offen über KI-Themen zu diskutieren – etwa über „Berufe von morgen“, „Agentic Workflows“, „Vibe Coding“ oder den Einsatz von KI im KMU.
Ist es ungewohnt, mit fünf fremden Menschen an einem Tisch zu sitzen und eine Stunde lang zu diskutieren? Vielleicht ein bisschen. Doch das Eis ist schnell gebrochen. Die Zeit vergeht wie im Flug, die Gespräche sind lebendig, konstruktiv und auf Augenhöhe. Unterschiedliche berufliche Hintergründe bringen neue Perspektiven ein und sorgen für überraschende Blickwinkel. „Diversität ist uns besonders wichtig – denn genau daraus entstehen die spannendsten Diskussionen“, betont Seiger.

Nächste Schritte
Für Seiger ist das aber erst der Anfang. „Der große Zuspruch zeigt, wie hoch das Interesse am Austausch rund um KI derzeit ist“, sagt er. Inzwischen findet das Treffen dreimal im Monat in Innsbruck statt sowie einmal außerhalb der Stadt – zuletzt in Wattens, künftig auch in Schönwies und Kitzbühel. Darüber hinaus entstehen neue Formate wie der KINN Tech-Talk, der gezielt in die Tiefe geht. „Uns ist dabei wichtig, dass alles offenbleibt: Teilnehmende können eigene Ideen einbringen und das Format aktiv mitgestalten.“
Das nächste Treffen findet am 12. Feber in der Filmbase statt. Alle Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Thomas Seiger gründete im November 2025 das Netzwerk KINN.