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Große Ketten sagen Adieu

Zur Zukunft des Innsbrucker Zentrums

Sowohl Starbucks als auch Swing Kitchen werden die Herzog-Friedrich-Straße in der Altstadt verlassen.
Große Ketten sagen Adieu

Zur Zukunft des Innsbrucker Zentrums

Sowohl Starbucks als auch Swing Kitchen werden die Herzog-Friedrich-Straße in der Altstadt verlassen.

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Zwei international bekannte Ketten werden die Innsbrucker Altstadt verlassen. Starbucks hat bereits seine Türen geschlossen, bei Swing Kitchen stehen nach verfehlter Sanierung auch alle Zeichen auf Aus. Wir haben gefragt, was sich lokale BetreiberInnen für den Standort wünschen.

In Seattle, im US-Bundesstaat Washington, trafen sich vor einigen Monaten einige wichtige Leute auf einen Kaffee. Bei diesem Gespräch wurde hin und her überlegt, abgewogen, diskutiert – und schlussendlich entschieden: Ihre Firma zieht sich aus allen Städten mit weniger als einer Million EinwohnerInnen zurück.

So kam es, dass Starbucks nicht nur seine zwei kleineren Filialen in den zwei Innsbrucker Einkaufszentren Sillpark und Kaufhaus Tyrol, sondern auch die ersteröffnete in der Innsbrucker Altstadt schloss. Jetzt, wenige Woche später, meldet auch Swing Kitchen seinen Abzug aus der Innsbrucker Altstadt. Die Gründe hier sind aber wieder ganz andere: Die Holding hat bereits vor knapp einem Jahr Insolvenz angemeldet und, wie man nun erfährt, auch die Sanierung ist gescheitert. Auch die zweite Kette, die vor wenigen Jahren erst in die Innsbrucker Altstadt eingezogen ist, streckt jetzt die Waffen.

Lokale Konzepte gefragt 

„Mit Innsbruck hat das alles sehr wenig zu tun“, weiß Thomas Hudovernik. Der Eigentümer vom Altstadthotel Weißes Kreuz weint gerade Starbucks keine Träne nach: „Den weltweiten Ketten geht es natürlich ausschließlich um den eigenen Profit.“ An Stabilität, langfristigem Geschäft oder einer Arbeit am wirtschaftlichen Interesse des Zentrums seien sie nicht interessiert. In Zukunft wünscht er sich daher heimische, lokale Betreiber, die nicht nur ein Geschäft machen wollen, sondern versuchen, ihr Konzept in der Altstadt zu integrieren und auch an einem guten Zusammenspiel mit den Hauseigentümern interessiert sind.

KonsumentInnen bestimmen

Ketten, so lautet zumindest ein oft gehörtes Vorurteil, seien die einzigen, die sich noch die horrenden Mieten in den Stadtzentren leisten können. Für Stephan Haas von Fuchs & Hase aus der Innsbrucker Altstadt greift das aber zu kurz: „Es gibt Beispiele für Geschäfte und Gastronomien, die rentabel arbeiten und auch in solchen Lagen Gewinne erzielen“, ist der Gastronom überzeugt. Es liege vor allem an den KonsumentInnen, genau diese auch zu unterstützen. Den Abgang der zwei Ketten aus der Altstadt sieht er als Chance für kreativen Handel und Gastronomie.

Vielfalt statt Einheitsbrei

Ähnlich sieht es auch Claudia Kogler von der Wilderin: „Egal wo auf dieser schönen Welt – der Charme einer Altstadt wird für mich immer von der Einzigartigkeit bestimmt.“ Den Charakter machen ihrer Meinung nach „kleine Geschäfte, unverwechselbare Produkte, einzigartiges Handwerk und gastronomische Unikate“ aus. Gerade „in Zeiten, in denen die großen Handelsketten dieser Welt sämtliche Einkaufsstraßen und -zentren in einen Einheitsbrei verwandeln, können die kleinen Gassen der alten Stadtkerne hier mit ihrem, von Stadt zu Stadt unterschiedlichem, einzigartigen Charme punkten.“

Thomas Hudovernik und Claudia Kogler möchten aber auch die guten Seiten hervorgehoben wissen: „Das Innsbrucker Zentrum und die Altstadt funktionieren in jeder Hinsicht und gerade wirtschaftlich sehr gut“, sagt Hudovernik. „Die Innsbrucker Altstadt ist noch sehr einzigartig, das könnte für meinen Geschmack sehr gerne so bleiben bzw. verfeinert werden“, ist Claudia Kogler wichtig zu betonen.  

25. November 2025 | AutorIn: Kovacevic Haris, Barbara Kluibenschädl | Foto: Verena Kathrein

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