Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt.
In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: Earla.
Warum brauchen Gruppenreisen mehr Abstimmung zwischen allen Beteiligten?
Weil im Tourismus häufig viele AkteurInnen beteiligt sind – von Guides über Hotels bis zu Tourismusverbänden – und Kommunikation leicht ins Stocken gerät. Genau hier setzte die Gründungsidee von Earla an: Angebote rund um den Berg besser vernetzen und Gästen ein stimmiges, vor Ort geprüftes Programm bieten. „Wir waren und sind überzeugt, dass in der Tourismusbranche oft zu wenig miteinander gesprochen wird – genau das wollten wir ändern“, sagt Maria Stern.

Matthias Mair, Judith Maizner und Jasmin Egger arbeiten im Austausch mit den Guides an den nächsten Reiseterminen.
Wie setzt Earla Reisen so um, dass sie persönlich und dennoch strukturiert bleiben?
Das Unternehmen aus Mutters arbeitet als Incoming- und Outgoing-Reisebüro. Einerseits organisiert das Team Reisen für ausländische Gruppen nach Tirol – mit Fokus auf Bewegung in der Natur und Begegnungen. Andererseits begleitet Earla Menschen aus Tirol in verschiedene Länder, etwa nach Italien, in die Schweiz oder in die Niederlande. Die Reisen werden, so beschreibt es das Team, vorab sorgfältig geprüft und ausgearbeitet; Guides sind eingebunden. „Wir organisieren keine Reisen – wir schaffen Erlebnisse, die verbinden“, sagt Armin Stern.
Earla ist bewusst klein aufgestellt, das Büro wird von zu Hause aus geführt. Drei MitarbeiterInnen unterstützen – teils als Guides, teils in der Organisation. Die Gründer betonen flache Strukturen und kurze Wege. 2024 hat das Unternehmen das Reisebüro Extratours sowie die Bergsteigerschule Stubai übernommen und so sein Angebot verbreitert.

Die Earla-Guides bereiten Routen, Sicherheitsbriefings und Treffpunkte für die neue Saison vor.
Was kommt als Nächstes für das Start-up – Programm, Partnerschaften, Regionen?
Für die kommenden Jahre plant Earla, das Programm an Berg- und Kulturreisen weiterzuentwickeln und Kooperationen mit lokalen Anbietern auszubauen. Die Übernahmen aus 2024 sollen stabil in die Abläufe integriert werden. Dazu gehört laut öffentlichen Einträgen die Weiterführung als Earla OG am Standort Mutters. Inhaltlich bleibt das Team bei seinem Ansatz, Gruppenerlebnisse mit Raum für Eigenständigkeit zu kombinieren. „Individualität ist uns wichtig, auch bei Gruppenreisen“, sagen die beiden Gründer unisono.