Seit 100 Jahren behauptet sich Morandell im Wandel der Märkte. Heute agiert der Weinhändler international und beweist, dass Tradition und Innovationsgeist kein Widerspruch sein müssen.
Krisen kommen, Märkte drehen sich, Trends wechseln. Wer nach Jahrzehnten noch mitmischt, hat vieles richtig gemacht. So wie der Tiroler Weinhändler Morandell, der heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert.
Für die Cousins Mario und Christoph Morandell, die den Familienbetrieb in vierter Generation führen, liegt der Schlüssel dabei nicht in kurzfristigen Strategien, sondern in einer klaren Haltung: „Ich denke, unser zentrales Erfolgsrezept ist die tiefe Verbundenheit zum Wein und vor allem zu den Menschen, die dahinter stehen: den Winzerinnen und Winzern“, erklärt Mario Morandell.
„Wir sind ein Familienunternehmen, das auf Vertrauen und Handschlagqualität baut.“
Mario Morandell
Was zunächst beinahe poetisch klingt, ist gelebte Strategie. Morandell versteht sich nicht nur als Händler, sondern als Vermittler zwischen ProduzentInnen und Gastronomie. Beziehungen sind hier kein Schlagwort, sondern die Grundlage des Geschäftsmodells. „Wir sind ein Familienunternehmen, das auf Vertrauen und Handschlagqualität baut. Wer die Menschen und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellt, schafft Beziehungen, die über Generationen tragen“, betont der Weinexperte.

Nähe als strategische Entscheidung
Den Grundstein legten 1926 Alois und Anna Morandell am heutigen Standort in Wörgl. Von dort aus entwickelte sich der Betrieb über mehrere Generationen vom regionalen Anbieter zu einem international ausgerichteten Weinhandel. Meilensteine wie die Gründung der Vinorama, exklusive Partnerschaften mit renommierten Weingütern und nicht zuletzt das neue Firmengebäude stehen exemplarisch für diese Entwicklung.

Jede Generation hat neue Akzente gesetzt.
Doch die Nähe zu den KundInnen, die Sortimentsvielfalt und das familiäre Miteinander prägen den Betrieb bis heute.
Entscheidend waren rückblickend jedoch vor allem strukturelle Weichenstellungen. „Es stellt sich immer die Frage: Wie erreichen wir unsere KundInnen?“, erklärt Christoph Morandell. Die Antwort der Geschäftsführer ist klar: durch unmittelbaren Kontakt. Ein eigenes Vertriebsteam, die unternehmenseigene Logistik sowie Serviceteams für Schankanlagen bilden das stabile Fundament des Hauses.
Ergänzt wird das Modell durch den frühen Fokus auf exklusive Importweingüter und den laufenden Ausbau des Angebots. „Wir haben gezielt Maßnahmen ergriffen, um den KundInnen ein einzigartiges Sortiment zu bieten und gleichzeitig die Zukunft des Unternehmens abzusichern.“

Tradition als Fundament
Seit 2018 stehen die Cousins an der Spitze des Handelshauses. Bei aller Erneuerung, die sie seither angestoßen haben, bleibt aber bewusst bewahrt, was den Betrieb seit jeher auszeichnet: „Die Nähe zu unseren KundInnen, die Sortimentsvielfalt und das familiäre Miteinander. Aber auch Werte wie Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und gegenseitiger Respekt bilden das Herz von Morandell“, veranschaulicht Mario Morandell.
„Unsere Tradition ist unser Fundament. Sie gibt Orientierung, während wir aber immer nach vorne blicken.“
Christoph Morandell
Das Wechselspiel zwischen Tradition und Weiterentwicklung verstehen sie dabei nicht als Gegensätze, sondern als produktive Kraft. „Unsere Tradition ist unser Fundament. Sie gibt Orientierung, während wir aber immer nach vorne blicken“, bringt es Christoph Morandell auf den Punkt. „Gleichzeitig hinterfragen wir und entwickeln uns weiter.“ So reagiert der Getränkespezialist auch auf veränderte Kundenbedürfnisse. Neue Spirituosen, Brauspezialitäten und alkoholfreie Alternativen erweitern das Portfolio, ohne die Identität des Hauses zu verwässern. „Qualität und Leidenschaft bleiben unverhandelbar.“
